Vater, Sohn und heiliger Geist
November 25, 2007 — PhilipIn der modernen Physik wurden schon einige Sachverhalte erkannt, die an die Grenzen unserer Vorstellungskraft gehen. So gibt es zum Beispiel das Modell, dass Licht gleichzeitig Wellencharakter und Teilchencharakter hat. Diese beiden Modelle schließen sich eigentlich gegenseitig aus. Eine Welle besitzt keine Masse, ein Teilchen dagegen schon. Dennoch bilden sie zusammen ein gutes Modell, um die Eigenschaften von Licht erklären zu können. Manchmal eignet sich die Vorstellung besser, dass Licht eine Welle ist, manchmal lassen sich seine Eigenschaften besser erklären, wenn man annimmt, dass Licht ein Teilchen ist.
Ich bin mir jetzt nicht sicher, ob ich den wissenschaftlichen Sachverhalt absolut korrekt dargelegt habe. Worauf es mir ankommt: ein vergleichbares Phänomen findet man im christlichen Gottesbild. Während Gott unbestreitbar ein einziges Wesen ist, gibt es im Christentum drei Modelle, mit denen man Gott besser verstehen kann: Der Vater, der Sohn und der heilige Geist.
Wie kann Jesus Gottes Sohn sein und gleichzeitig Gott? Es widerspricht dem menschlichen Verstand, dass jemand sein eigener Sohn sein kann.
Gott hat uns das Modell der Dreieinigkeit gegeben, damit wir ihn besser verstehen können. Manchmal ist es besser, sich Gott als den Vater vorzustellen. Das ist der Gott, der die Welt erschaffen hat. Manchmal macht es Sinn von Gottes Sohn zu sprechen, der in Menschengestallt zu uns gekommen ist und unsere Sünden auf sich genommen hat. Und manchmal sprechen wir vom heiligen Geist. Das ist die Form von Gott, die in uns wirkt. Alle drei Formen sind aber ein und dasselbe und nicht verschiedene Dinge.
Auch wenn uns dieses Modell auf den ersten Blick paradox erscheint, so kann man damit Gottes Wesen besser erklären als mit dem „herkömmlichen Gottesbild“ aus dem Judentum oder dem Islam. Und trotzdem muss uns klar sein, dass auch dieses Modell bei weitem nicht ausreicht, um Gott vollständig zu verstehen.