Richard Dawkins: ein bedauernswerter Atheist
November 26, 2007 — PhilipRichard Dawkins ist ein angesehener Wissenschaftler. Zweifellos hat er einen scharfen Verstand geschenkt bekommen und er hat in seinem Leben viel erreicht.
Richard Dawkins besitzt scheinbar einen unerschütterlichen Glauben, dass kein Gott existiert und er lehnt jegliche Form von Religiosität ab. Er geht sogar soweit, allen Religionen jegliche positive Effekte abzuerkennen uns sagt, dass Religionen nur negative Effekte haben. Ich empfinde einen großen Schmerz, wenn ich daran denke, wie er sich fühlen muss. Ein Leben ohne Sinn und Zuversicht in seelischer Einsamkeit. Autsch!
Vielleicht ist deshalb sein Verhalten in gewisser Weise nachvollziehbar. Da er den Tod nicht überwinden kann, will er sich vermutlich wenigstens bei den Menschen einen Namen machen, so dass sie sich an seine Werke erinnern. Auch ist er schon zum dritten Mal verheiratet. Das könnte ein Zeichen sein, dass er sich nach der Liebe Gottes sehnt, sie aber bei den Menschen sucht (und nicht findet).
Unsere Welt ist schlecht. Wie man daraus zu der Schlussfolgerung kommen kann, dass die Welt ohne Religionen besser wäre, kann ich nicht verstehen. Religionen werden eingesetzt, um Menschenmassen zu beeinflussen, das ist richtig. Aber das Prinzip ist austauschbar und funktioniert genauso mit Ethnien oder Nationalstaaten. Die Anhänger des lebendingen Gottes sind aber dazu aufgerufen, wachsam zu sein und sich bei solchen Dingen nicht mitreissen zu lassen. Jesus sagt:
Seht euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann nicht schlechte Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr, Herr!, in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!
(Mt 7,15ff)
Wie die Welt ohne Gott aussehen würde, da haben wir schone einen kleinen Vorgeschmack durch das dritte Reich bekommen. Die Rassenlehre der Nazis hat doch ihren Ursprung in der Evolutionstheorie von Darwin! Das “Recht des Stärkeren” und der Gedanke an höherwertige und niederwertige Menschenrassen sind keine biblischen Prinzipien, sondern entstammen eindeutig aus dem Darwinismus.
Interessant ist folgende Aussage von Dawkins:
Bush und bin Laden sind wirklich auf der gleichen Seite:
die Seite des Glaubens und der Gewalt gegen die Seite der Vernunft und der Diskussion. Beide
haben den unerbittlichen Glaube, dass sie Recht haben und der andere das Übel ist.
(Richard Dawkins)
Diese Aussage ist typisch für ein Leben ohne Gott. Dawkins besitzt nicht die Fähigkeit zur Selbsterkenntnis. Denn nach seinen Worten wäre er auch selbst auf der Seite von Bush und bin Laden. Er hat ebenso den unerbitterlichen Glauben, dass er Recht hat und die anderen Übel sind. Dass er die Vernunft für sich selbst in Anspruch nimmt, lasse ich nicht gelten. Denn wenn er nach der Vernunft handeln würde, dann müsste er mindestens in Erwägung ziehen, dass Gott existiert. Und wenn Gott existieren könnte, dann muss man in Erwägung ziehen, dass er sich den Menschen offenbart hat. Und wenn sich Gott den Menschen offenbart hat, dann liegt auch der Schluss nicht mehr fern, dass der lebendige Gott der Gott Abrahams ist. Denn schließlich berufen sich die größten Religionen der Welt auf ihn. Und dann liegt es auch nahe, dass Jesus der Messias ist, denn das alte Testament ist voll von Hinweisen darauf.
Dawkins ist so ein kluger Mensch und hat trotzdem nichts verstanden. Je mehr er geforscht hat, desto größer wurde auch sein Glaube, dass er selbst in der Lage ist, die Welt zu verstehen. Und je größer seine Erkenntnis wurde, desto mehr hat er sich auch von Gott entfernt. Wer hätte das erwartet? Nun, in der Bibel steht es ja schon:
Und ich sah alles Tun Gottes, daß ein Mensch das Tun nicht ergründen kann, das unter der Sonne geschieht. Und je mehr der Mensch sich müht, zu suchen, desto weniger findet er. Und auch wenn der Weise meint: “Ich weiß es”, so kann er’s doch nicht finden.
(Pred 8,17)
Dezember 21, 2007 at 9:13
Nun, wenn man die Nazis als Beispiel dafür zitiert, was Atheismus anrichten kann, hat man definitiv keine Ahnung von der kollaboratorischen Tätigkeit der Amtskirchen. Klar gab es vereinzelt auch mutige und ethisch wertvolle Priester und sonstige die viel Gutes getan haben, aber allein ohne einen biblischen Unterbau (die Juden haben Jesus getötet) und Pro-Hitler-Kanzelpredigten wäre der millionenfache Mord nicht möglich gewesen. Mir wird daher schlecht, wenn ich sowas wie oben lese…
Dezember 22, 2007 at 12:01
Willkommen Micha,
meine Aussage war lediglich, dass Hitlers Rassenlehre aus dem Darwinismus entspringt. Habe ich hier deine Zustimmung oder nicht?
Diese noch nie da gewesene Brutalität und Vernichtung bis zur Ausrottung hat ganz sicher keinen biblischen Ursprung. Ich denke schon, dass man hier die Rolle des Sozialdarwinismus nicht unterschätzen sollte.
Dass die Kirchen auch Dreck am Stecken haben, ist mir durchaus bewusst. Danke für die Richtigstellung. Ich will da nichts beschönigen. Es ist eine Schande.
Dezember 22, 2007 at 4:20
Hi Philipp,
Darwinismus ist nicht gleich Sozialdarwinismus. Das erste beschreibt eine wissenschaftliche Theorie, das zweite eine Ellenbogengesellschaft, die Menschen unterschiedlicher Leistungsfähigkeit oder Herkunft einen unterschiedlichen Wert zumißt.
Ich denke nicht daß es ein Recht gibt, über den “Wert” eines anderen zu befinden. Und Darwin war sicher der gleichen Meinung.
Die Rassenlehre der Nazis als Folge des Darwinismus zu bezeichnen ist nicht korrekt, weil siehe oben.
Wie oft während der Judenverfolgung jedoch das Wort “Erbschuld” in den sonntäglichen Gottesdiensten gefallen ist wage ich nicht zu abzuschätzen. (Aber wie du selber sagst, die Kirchen haben Dreck am Stecken…
“Erbschuld” ist eine sehr grausame Sichtweise auf Menschen, und die ist nunmal reinstes Christentum. Und nicht Darwin.
Heute wird mW der Begriff Erbschuld in religiösen Kreisen nicht mehr sehr häufig gebraucht, eben wegen dieser Geschichte.
Ich breche hier keine Lanze um alle Atheisten von allem pauschal freizusprechen, mitnichten. Ich wehre mich aber gegen die Behauptung, Atheisten seien “schlechtere” Menschen, eben weil sie Atheisten sind. Oft genug ist auch das Gegenteil der Fall.
grüße
Dezember 22, 2007 at 9:47
Darwinismus ist nicht gleich Sozialdarwinismus. Sicher richtig. Aber du musst dir trotzdem den Vorwurf gefallen lassen, dass das eine aus dem anderen entstanden ist.
Genauso wie ich mir den Vorwurf gefallen lassen muss, dass eine Menge des Hasses und der Vorurteile aus der christlich geprägten Kultur entstanden ist. Es ist dir aber hoffentlich bewusst, dass dies mit einem aufrichtigen Christentum nichts mehr zu tun hat, sondern eine Perversion davon ist.
Christen sind keine besseren Menschen. Und das ist wichtig, dass wir uns das immer klar machen. Erstens haben wir Fehler, wie alle Menschen auch, und zweitens haben wir alles, was uns vor Gott gerecht macht, ausschließlich der Gnade Gottes zu verdanken. Da gibt es keinen Grund, sich über andere zu erheben, oder “über den Wert eines anderen Menschen zu befinden”.
Desweiteren habe ich mich gegen den Vorwurf gewehrt, Atheisten seien die besseren Menschen. Dawkins verurteilt Religion und religiöse Menschen sehr pauschal und das finde ich so nicht in Ordnung.
Dezember 22, 2007 at 11:05
Ich habe nicht den Eindruck, daß Dawkins pauschal gegen religiöse Menschen ist. Gegen Religion schon, aber das ist was anderes. Klar provoziert er auch, aber angesichts des um sich greifenden Fundamentalismus (s.a.Karikaturenstreit) kann man einen “Dialog” vergessen. Irrationale Denke, die sich auf eine “höhere Macht”beruft, ist einer vernünftigen Betrachtung nicht zugänglich. Den Unterschied hast du nicht verstanden, vermute ich. Naja, wir leben in einem freien Land und können sagen was wir wollen…
Ich verabschiede mich bis auf weiteres aus deinem Blog,
cu,
MichaS (memlog.wordpress.com)
Januar 28, 2008 at 12:12
Das ist falsch. Wenn du wirklich etwas von Dawkins gelesen hättest wäre dir mit Sicherheit aufgefallen, dass er diese häufig gemachte Aussage aufgreift und genau das Gegenteil beschreibt. Dass du überhaupt die Fähigkeit hast, die Gefühle von Richard Dawkins (oder sonst jemandem den du nie auch nur gesehen hast) korrekt nachzuempfinden, bezweifele ich.
Ansonsten wird dem guten alten (und zumindest generalisierten und nicht bewiesenen) Scheinargument, Hitler sei Atheist gewesen, noch ein weiteres, ebenso lächerliches, hinzugefügt: Die Nazis waren (Sozial-)Darwinisten! Deshalb sind Darwinisten böse!
Das ist natürlich absoluter Unfug. Du hast demnach nicht nur Dawkins, sondern auch Darwin nicht gelesen. Das wäre an sich natürlich unproblematisch und ich würde es dir nicht vorwerfen - würdest du nicht darüber schreiben (und dann noch so einen Unfug).
Also: Darwin hat niemals irgendwelche (rassistischen oder sonstigen) Schlüsse aus seiner Origin extrapoliert, die die Rassenlehren der Nazis unterstützt hätten. Survival of the fittest ist nicht einmal von ihm - Herbert Spencer hat diesen Ausdruck geprägt, Darwin hat weiterhin seinen eigenen - natürliche Selektion - bevorzugt.
Man kann Darwin (und der Biologie) nicht vorwerfen, dass nach der Veröffentlichung seines Werkes Andere falsche Schlüsse daraus gezogen haben, um ihre eigene überholte Weltsicht zu untermauern.
Die Nazis haben meines Wissens wesentlich mehr von der christlichen Vorstellung der Juden als “Jesusmörder” profitiert. Ich will dir da jetzt persönlich nichts unterstellen, aber der historische Verweis war wohl ein klares Eigentor…
Als letztes möchte ich noch kurz auf deinen “naheliegenden Schluss” kommen, ein eventueller Gott wäre dann wohl der Gott Abrahams - sagen ja alle. Die Wahrheit ist keine Demokratie!
Januar 28, 2008 at 2:33
Hallo Happy,
ja, ich gebe offen zu, dass ich Dawkins nicht gelesen habe,
(siehe z.B. hier).
Unter diesem Gesichtspunkt empfehle ich auch, dass man meine Gedanken zu dem Thema nicht überbewertet.
Habe ich behauptet, dass ich die Gefühle von Dawkins kenne? Ich habe nur beschrieben, wie ich sie mir vorstelle. Mir tut der Kerl leid.
Zum Thema (Sozial)darwinisten habe ich schon weiter oben in einem Kommentar was geschrieben. Mir ist da durchaus ein Unterschied bewusst. Wenn man hier aber einen Unterschied macht, dann sollte man das auch konsequent durchhalten und auch für verschiedene Vertreter der Christenheit gelten lassen und sie nicht pauschal in den selben Topf werfen. Am besten gleich noch alle Theisten mit dazu, so wie auf dem Bild hier: http://www.buildupthatwall.com/
Wo habe ich geschrieben, dass Hitler Atheist war? Wahrscheinlich war er weder Atheist, noch Christ. Sondern ein paar Aussagen von ihm deuten darauf hin, dass er sich vermutlich ein ganz eigenes Gottesbild zusammen gebaut hat.
Der Nazi-Kult war aber atheistisch geprägt, bzw. sie haben den “Führer” an die Stelle von Gott gesetzt. Ist natürlich fraglich, inwieweit das dann noch Atheismus ist, oder schon eine eigene Religion. Aber das machen ja alle Atheisten so, dass sie etwas anderes an die Stelle von Gott setzen.
Die Wahrheit ist keine Demokratie. Sehr schön, der Satz gefällt mir. Sind dann alle statistischen “Argumente” bezüglich der Existenz von Gott (”Gott ist statistisch unwahrscheinlich”
vom Tisch, oder muss ich mich immer noch damit rumschlagen?
Also ich habe den Eindruck, du versucht da irgendwas anzuhängen, das ich nicht geschrieben habe. Wir treten doch beide für unsere Mitmenschen und ihre Rechte ein. Da gibt es doch keinen Anlass, die Diskussion eskalieren zu lassen, oder?
Achja: Judenhass ist alles andere als christlich.
Januar 28, 2008 at 4:44
Nirgends, so weit ich weiß. Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist einfach eine häufig aufgestellte Behauptung, die mit deiner Argumentation thematisch wie stilistisch eng verwandt ist.
Das ist eine unhaltbare, generalisierende Behauptung. Es sei denn, du meinst mit “etwas anderem” ein rationales, naturalistisches Weltbild, dessen Fundament aus bewährten, empirisch-wissenschaftlichen Theorien besteht. Dann wäre es aber schlichtweg unmöglich, Gott ersatzlos zu streichen.
Der Zusammenhang zwischen Statistik und Demokratie wird mir an dieser Stelle nicht ganz klar. Und, nein, damit wirst du dich immer herumschlagen müssen. Auch wenn es jetzt an mir ist zu sagen, dass ich dieses Argument gar nicht angeführt habe.
Ansonsten fand ich nicht, dass mein Kommentar zu einer Eskalation der Diskussion beigetragen hätte. Ich finde es viel eher geeignet, Diskussionen eskalieren zu lassen, wenn man erfundene oder zumindest nur teilweise zutreffende Argumente anführt, die den Adressaten mit Nazis, Rassenlehre und dem dritten Reich in Verbindung bringen. (Ich weiss, dass ich das auch gemacht habe. Es handelt sich dabei aber um eine Erwiderung auf dein OP.)
So, von meiner Seite ist das Thema erschöpfend behandelt… Bis zum nächsten Mal. Gruß
Januar 28, 2008 at 4:45
Nirgends, so weit ich weiß. Das habe ich auch nicht behauptet. Es ist einfach eine häufig aufgestellte Behauptung, die mit deiner Argumentation thematisch wie stilistisch eng verwandt ist.
Das ist eine unhaltbare, generalisierende Behauptung. Es sei denn, du meinst mit “etwas anderem” ein rationales, naturalistisches Weltbild, dessen Fundament aus bewährten, empirisch-wissenschaftlichen Theorien besteht. Dann wäre es aber schlichtweg unmöglich, Gott ersatzlos zu streichen.
Der Zusammenhang zwischen Statistik und Demokratie wird mir an dieser Stelle nicht ganz klar. Und, nein, damit wirst du dich immer herumschlagen müssen. Auch wenn es jetzt an mir ist zu sagen, dass ich dieses Argument gar nicht angeführt habe.
Ansonsten fand ich nicht, dass mein Kommentar zu einer Eskalation der Diskussion beigetragen hätte. Ich finde es viel eher geeignet, Diskussionen eskalieren zu lassen, wenn man erfundene oder zumindest nur teilweise zutreffende Argumente anführt, die den Adressaten mit Nazis, Rassenlehre und dem dritten Reich in Verbindung bringen. (Ich weiss, dass ich das auch gemacht habe. Es handelt sich dabei aber auch um eine Erwiderung auf dein OP.)
So, von meiner Seite ist das Thema erschöpfend behandelt… Bis zum nächsten Mal. Gruß
Januar 28, 2008 at 4:46
Upps, was ist da denn passiert? Das komische Zeichen steht für “handelt sich dabei aber auch um eine Erwiderung auf dein OP.)”
Januar 28, 2008 at 9:12
Ok, ich habe es korrigiert.
Von meiner Seite gibt es auch nichts wichtiges mehr zu sagen.
Höchstens, dass ich nicht ganz glücklich bin, dass die Blogeinträge, die am wenigsten mit Gott zu tun haben, die höchste Aufmerksamkeit bekommt. Naja, schade …
März 28, 2008 at 2:10
(Erst einmal Entschuldigung, dass ich hier kalten Kaffee wieder aufwärme und Artikeln mit ganz wenig Bezug zu Gott noch mehr Aufmerksamkeit schenke … aber das muss jetzt sein
Ein Problem mit Dawkins Buch ist, dass dort so Sachen drinstehen die sich ganz wunderbar zitieren lassen und die garantiert jeden Gläubigen auf die Palme bringen (Zum Beispiel die Beleidigungsorgie an die Adresse des Gottes des alten Testaments). Das mag eine Schwäche von Dawkins Buch sein, vielleicht aber auch mit der Zielgruppe, welche sich Dawkins für sein Buch vorstellt zusammenhängen: eben keine religiöse Menschen, sonder Atheisten auf den Sprung – solche, die noch nicht mutig genug waren ihrer Familie oder ihren Umfeld auch mitzuteilen, dass sie Atheisten sind. Ich empfand diese Passagen immer als extrem nervend: es gibt so viele Sachen in Dawkins Buch über welche man ganz gut diskutieren kann. Und dann konzentriert man sich zu oft auf so was. Auf Spezialeffekte.
Ich finde vor allem die Frage nach der Wahrscheinlichkeit der Existenz Gottes interessant. Und die Frage danach ob der Glaube an Glaube (Glauben an sich als Tugend) tatsächlich schädlich ist. Diese beiden Fragen – und etwas abseits davon ob die Bibel als Quelle von Moral geeignet ist (in diesem Zusammenhang wird auch der Gott des alten Testaments beleidigt) – stehen im Zentrum von Dawkins Buch.
Ich will hier nur kurz auf die zweite Frage eingehen (alles andere wäre wohl zu langatmig): Dawkins hält Glauben ohne Beweise – egal in welchen Zusammenhang (Homöopathie über Nationalismus und Ideologien wie Kommunismus bis hin zu Astrologie – aber eben auch den Gottesglauben) für schädlich. Nicht etwas weil Glaubensinhalte per se schädlich sein müssen (sind sie sicher nicht, Dawkins bestreitet das auch nicht) sondern weil – sofern wir anerkennen, dass Glauben tatsächlich allein und für sich genommen eine Tugend ist – wir unsere Berechtigung aufgeben so jemanden wie die Selbstmordattentäter des 11. Septembers zu kritisieren. Schließlich haben sie sicher an das intensiv geglaubt was sie gemacht haben. Sicher ohne irgendeinen Beweis, aber gegen ebendiese Beweislast wehren sich auch Christen. Das ist zuvorderst das Problem, welches Dawkins mit Religionen hat. Das hochhalten von Glauben als Tugend.
(ich könnte noch viel mehr schreiben breche aber hier wohl besser mal ab)
März 28, 2008 at 10:28
Der falsche Glaube ist sicher schädlich, aber radikales Christentum, so wie es Jesus selbst gelebt hat, ist sicher alles andere als schädlich. Der richtige Glaube macht eben selig.
Danke für die Gedanken. Ich werde über die beiden Themen (Wahrscheinlichkeit von Gott, Glauben als Tugend) bei Gelegenheit mal neue Beiträge schreiben.