Woher kommt die moralische Grundlage eines Christen?

Hier habe ich einen interessanten Kritikpunkt zur Bibelauslegung gefunden.

So übt Dawkins Kritik an der Bibel, die nicht nur als Grundlage des heutigen menschlichen Handelns und dessen Moral völlig ungeeignet sei, sondern auch – selbst von Christen – gar nicht dafür benutzt werde. Moderne Christen würden nur Ausschnitte aus der Bibel als moralische Grundlage nennen, etwa die Zehn Gebote oder die Bergpredigt, nicht aber z.B. die im Alten Testament ausführlich beschriebenen Völkermorde. Wie aber, so fragt Dawkins, entscheidet ein Christ, welche Passagen der Bibel beherzigenswert sind und welche nicht? Sicher nicht anhand der Bibel selbst, sondern nach eigenem Gutdünken; die Bibel sei dann eine nachgeschobene Begründung für bereits zuvor gefällte moralische Urteile.
Quelle: Wikipedia


Ja, ich muss zugeben, ich habe die Bücher von Richard Dawkins nicht gelesen, sondern muss mich auf Sekundärliteratur verlassen. Er hat sich aber auch nicht anständig mit der Bibel beschäftigt, von daher gleicht sich das aus. ;)
Die angeführte Kritik ist - zumindest teilweise - gerechtfertigt. Es ist also wichtig, die Bibel als Einheit zu betrachten und man kann nicht unliebsame Stellen einfach weglassen. Nur so kann man die Bibel vernünftig auslegen. Ich denke nicht, dass irgendjemand wirklich alles vollständig begriffen hat. Deshalb ist es wichtig, die eigene moralische Position stets auf Grundlage von Gottes Wort zu hinterfragen und neu auszurichten.

Trotzdem… so ganz hilflos sind wir Christen nicht. Um Gott zu verstehen, müssen wir nicht hoch gebildet sein und einen scharfen Verstand haben, damit wir alles auflösen können, was in der Bibel widersprüchlich scheint. Gott hat sich so offenbart, dass es für alle Menschen möglich ist, ihn zu verstehen!
Ich behaupte ja, dass Gott gerecht ist. Wenn er sich auf Grundlage der Logik und des Verstandes offenbaren würde, wäre er dann gerecht? Denn nicht alle Menschen besitzen hier die selben Fähigkeiten.

Um Gott zu verstehen brauchen wir den heiligen Geist. Und den kann jeder gleichermaßen empfangen.

Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben
(Jer 31,33c)

Gott hat uns sein Gesetz in unseren Sinn geschrieben. Die moralische Position eines Christen ist deshalb NATÜRLICH schon vorher gefasst, bevor er versucht, die Bibel auszulegen. Das ist richtig. Aber seine Position beruht nicht auf eigenem Gutdünken, sondern auf dem Geist Gottes! Der zeigt uns den richtigen Weg beim Verständnis der Bibel. Auch wenn wir Christen es manchmal nicht richtig begründen können, manches nicht wahr haben wollen, oder sogar vorsätzlich falsche Auslegungen bringen, so wissen wir innerlich dennoch, was Gott von uns will.
Das Verständnis der Bibel hängt also nicht vom eigenen Verstand ab, sondern vom Glauben. Denn je stärker der Glaube, desto stärker wirkt der heilige Geist.

7 Responses to “Woher kommt die moralische Grundlage eines Christen?”

  1. erstersein Says:

    Ich finde es überhaupt nicht problematisch, wenn es in der Bibel Widersprüche gibt. Immerhin ist diese Sammlung von Büchern über einen langen Zeitraum entstanden und entstammt der Feder vieler verschiedener Menschen. Es gibt verschiedene Erzählstränge und verschiedene Schwerpunktsetzungen, je nach Autor.

    So wird heute niemand mehr ernsthaft behaupten, dass man Ehebrecher steinigen soll, nur weil es so in der Bibel steht.

    Aber der gute Richard Dawkins weiss eben nicht über die Kirche bescheid, denn die Bibel ist ein Buch der Kirche (ohne Kirche keine Bibel, aber eine Kirche ohne Bibel hat’s gegeben). Dawkins weiss nicht, dass es das Lehramt gibt, welches die Bibel autoritativ auslegen und Fehlinterpretationen korrigieren kann.

    meint
    Christoph

  2. Philip Says:

    Also ich persönlich denke schon, dass die Bibel grundsätzlich keine Widersprüche enthält. Vorrausgesetzt, man hat sie richtig verstanden. Und so richtig verstanden hat sie sowieso niemand. Was in der Praxis wohl das selbe bedeutet, als wenn sie Widersrpüche enthalten würde. Von daher sind wir gar nicht so weit auseinander. ;)

    Was die Auslegung des Alten Testaments angeht, so sind da schon ein paar harte Brocken dabei. Aber die Auslegung ist ja schon in großen Teilen von Jesus und auch von den Aposteln im Neuen Testament geschehen.

    Zum Thema Ehebruch habe ich zufällig schon nen Beitrag vorbereitet, in dem ich versucht habe, die Widersprüche aufzulösen. Aber so ganz gefällt er mir noch nicht, deshalb dauert es wahrscheinlich noch ein bisschen, bis er auf meinem Blog erscheint.

    Übrigens hier noch ein schöner Beitrag zu dem Thema “Widersprüche in der Bibel”:
    http://theolounge.wordpress.com/2007/09/12/widerspruchlichkeiten-in-der-bibel/

    Von dem Lehramt bin ich persönlich nicht so überzeugt, da ich die Gefahr von Personenkult und geistigem Missbrauch sehe. Ich bin eher für das Modell eines mündigen Christen, der eigenständig die Bibel studiert und eine intensive persönliche Beziehung zu Gott aufbaut.
    Aber gut, ich bin eben evangelisch und nicht katholisch. ;)

  3. anitz Says:

    Uh, um was zum Beispiel Ehebruch und angenommene Wiedersprüche:

    Es steht irgendwo im Neuen Testament, daß Jesus nicht gekommen ist, um das alte Bund zu lösen, sondern um sie zu erfüllen. ER bekräftigt in seinem Handeln und Tun, das vermeintlich “harte” Wort Gottes im Altentestament.

    Und so können wir in diesen Kontext auch sehen: was genau hat Jesus getan, als die Pharisaer eine Ehebrecherin zu ihm gebracht haben, um sie zu steinigen? ER lässt diese Frage der Ehebruch (richtig oder falsch, steinigen oder nicht, verurteilen oder nicht) für die Menschen, die meinten eine Antwort zu haben (nämlich zu stienigen, zu verurteilen) unbeantwortet. Die Frage nach der Schuldzuweisung steht den Menschen nicht zu. Jesus sagte: wer ohne Sünde ist, darf den ersten Stein werfen.

    Seit Jesus gelebt hat, seit sein Tod und Auferstehung, gibt es immer noch Sünde in der Welt. Es gibt auch noch Konsequenzen für/gegen/wegen sündhaftes Verhalten… Aber der Clou ist: wie geht jeder einzelne damit um?

    Übringens, Philip, mir gefällt dein Blog und die Themen finde ich auch sehr bereichernd… ich komme bestimmt wieder!

  4. erstersein Says:

    Gestatte mir eine weitere Anmerkung zum Lehramt. Ich meinte bloss, dass Richard Dawkins sich irrt, wenn er behauptet, es gäbe keine Instanz, die letzte Entscheidungen treffen kann.

    Das bedeutet nicht, dass der einzelne Katholik unmündig ist und sich in jeder Hinsicht sklavisch an jedes Detail klammern muss, das ihm vorgekaut wird. Auch die katholische Kirche geht meines Wissens davon aus, dass der Geist in jedem Gläubigen wehen kann ;-)

  5. Philip Says:

    Hallo Anitz,

    genau so sehe ich das auch. Jetzt brauch ich meinen Beitrag zum Ehebruch ja eigentlich nicht mehr veröffentlichen. ;)

    Danke für die aufmunternden Worte.
    Dein Blog ist für mich sehr lesenswert. Die “40 Ziele bis 40″ finde ich eine tolle Idee, vor allem weil die Ziele so aus dem alltäglichen Leben gegriffen sind. Da bin ich mal gespannt, wie sich das entwickelt. Ich werde das beobachten.

  6. petersemenczuk Says:

    @ liebe Freunde und Kommentatoren!
    1.”Die moralische Grundlage eines Christen”, ist seine Wieder -geburt für Gott durch den göttlichen Samen ,welcher ist das Wort und der Geist Gottes.
    (Wort/Wasser Gottes und Geist Gottes, ist nicht der irdischen und stofflichen Substanz entnommen. Johannes Kapitel 3, 3-6 und 1. Petrus 1, 23
    Allein diese Geistgeburt des Menschen für Gott durch Jesus Christus, ist seine Berechtigung und Legitimation Gottes auf Erden und vor den Menschen ,sich als einen Christen oder ein Kinde Gottes zu bezeichnen.
    Wie das Blut des Vaters und Erzeuger, ein, in die Welt und auf Erden geborenes Kind, mit seinem Vater und Mutter verbindet und es berechtigt zum Erbe, gleich so, steht geschrieben und bezeugt durch den Heiligen Geist, wird der Mensch und Sünder durch die Erfahrung seiner Wiedergeburt, zu einem Kind Gottes und wahren Christen,weil der Geist und das Wort des Vaters in ihm wohnend ist, darum wird er teilhaben wird am Erbe Jesu Christi, da er auch alle Gerechtigkeiten Gottes in seinem Heils -Plan erfüllt hat und wartet auf sein herannahendes Himmelreich, welche offenbart seine Wiedergeburt für Gott durch das Wort und Geist Gottes in seinem Innern. Matthäus Kapitel 3,4,
    An diesem Akt und Werdeprozess haben die von Christus berufenen Jünger, von ihrer Berufung und Jordan, mit ihrer Wassertaufe bis zu Pfingsten mit ihrer Erfahrung der Geistes -taufe und Wiedergeburt, drei Jahre lang warten müssen, ehe sie berechtig und legitimiert waren, sich Christen nennen zu dürfen.

    1.Wenn also eine auf Erden agierende Religion, Kirche, Tempel, Sekte oder Missionswerk mit ihren selbstberufenen religiösen Autoritäten, auf einem anderen Weg und durch eine andere Tür und Theologie, Christen machen als Gott durch seinen Heiligen Geist und der Schrift bezeugt und fordert, betreibt religiöse Anmaßung, Ehebruch und Täuschung der Völker, Sprachen und Nationen spricht Gott der Herr!
    Eine solche anmaßende Institution mit ihren Autoritäten, vom Kleinsten bis zum größten, wird Gott weder erhören noch ihr verkündigte sogenanntes Gottes Wort bestätigen, auch wenn sie sich einige Bibelverse ausgeliehen haben und sie in ihre Predigtware hineinfließen lassen.
    2.Christus ist die einzige Tür, die in das Reich Gottes und Selig -keit des Menschen führt, einmal für den armen Sünder, und zum andern, für den, der sich ein christliches Amt wünscht.
    Da spricht Christus und da heißt es auch:
    “WER woanders einsteigt und geht nicht durch die Tür, welche ist Christus mit seinem Geist, Wort und allerheiligsten Glauben in Demut und Sanftmut, der ist ein DIEB und ein Mörder!
    Johannes Kapitel 10, 1-9
    Liebe Freunde, Sünder sind wir noch oder waren es bis zu unserer Wiedergeburt, denn was von Gott gezeugt und geboren wird, hat mit Sünde, Lüge und Notlüge nichts zu tun noch gemein.
    Schlimm vor Gott ist nur das, das viele Bekenntnis-Christen, trotz Taufschein, trotz Eucharistie, Gott nicht Recht geben wollen und nicht bereit sind, seinen Willen zu tun und IHM gehorsam werden, auf dass Gottes Gerechtigkeit erfüllt werde.
    Nicht der bereits gerichtete Ungläubige und Sünder ist Gott eine Schande, sondern der dahinlebende “fromme” Sünder, der Gottes Namen beleidigt sobald er den Mund aufmacht und von Gott spricht.
    Betrübt nicht den Heiligen Geist heißt es, und wer hält sich schon daran? Peter Semenczuk
    Autor und Herausgeber christlich- theologischer Publikationen, aufgrund der persönlichen Erfahrungen.

  7. kroski.meint Says:

    Der liebe Dawkins meint zum Beispiel, dass Johannes Paul II. polytheistische Sehnsüchte gehabt hätte, weil er sich auf ‘Unsere Liebe Frau von Fatima’ berufen habe, und damit alle anderen Marienorte wie Lourdes, Medjugorje, etc. etc. als eigene Mariengöttinnen anerkannt habe…

    Also bei mir liegt Dawkins nach sieben Runden ziemlich angeschlagen am Boden…!

    Deinen blog verfolge ich gerne weiter, see u soon!

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