Römer 1: Ein Knecht von Jesus Christus

Paulus, ein Knecht Christi Jesu, berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium Gottes
(Röm 1,1)

So beginnt Apostel Paulus seinen Brief an die christliche Urgemeinde in Rom. Für einen Nichtchristen klingt das jetzt vielleicht ein bisschen befremdlich. Denn Knechtschaft wird ja eher mit negativen Dingen verbunden und eigentlich wollen wir lieber ein Chef sein.

Trotzdem hat Paulus diese Zeilen wohl mit Freude geschrieben und ich habe eine leise Ahnung davon, wie er sich gefühlt haben muss. Ja, ich denke, dass einem auf dieser Welt sogar nichts besseres passieren kann, als ein Knecht von Jesus Christus zu sein. Während ich das hier schreibe, drängt sich ständig dieses Lied in meinen Kopf:

Darum bete ich Dich an, weil ich nicht schweigen kann; die Freude füllt mein Singen.
Staunend habe ich erkannt: Ich bin in Deiner Hand, und Du lässt mich nicht los.


Die Knechtschaft bedeutet schon, dass wir Jesus ausgeliefert sind. Aber er ist kein Herr, der dies zu unserem Nachteil ausnutzen würde. Nein, durch ihn gewinne ich Sicherheit und er ist die Quelle meiner Lebensfreude.
Manche Christen haben eher eine fordernde Haltung zu Gott und klammern sich an seine Verheißungen. Ich denke, das ist auf Dauer eine unbefriedigende Beziehung, wenn es so einseitig bleibt. Ich denke, es ist besser, wenn man seine innere Haltung ändert und die Knechtschaft in den Vordergrund rückt, also die Frage: “Was kann ich für Gott tun?” Und natürlich auch: “Was kann ich für meine Mitmenschen tun?”
Jesus hat genau dieses Prinzip vorgelebt.

Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Ihr wißt, daß die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch; sondern wer unter euch groß sein will, der sei euer Diener; und wer unter euch der Erste sein will, der sei euer Knecht, so wie der Menschensohn nicht gekommen ist, daß er sich dienen lasse, sondern daß er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.
(Mt 20,25ff)

Nagut, den Menschen dienen und ihnen gutes tun ist einleuchtend. Aber warum soll man Gott dienen? Was soll das für einen Sinn haben? Sowas hat er doch gar nicht nötig.
Das ist richtig. Aber es ist nicht so, als wäre unser Gott ein alter Egomane, der hier seine narzistische Ader ausleben möchte. Nein, Gott ist nicht so. Wenn wir ihm dienen, dann ist das gut für uns selber!
Ich habe lange gebraucht, um das zu kapieren. Aber seit ich versuche, ihm zu dienen, geht es mir viel besser. Ich pfeife immer noch das Lied von oben. Nein halt, stimmt ja gar nicht. Jetzt ist es dieses hier:

Ein jeder trage die Last des andern,
so wie es Jesus geboten hat.
Ein jeder trage die Last des andern,
so wie es Jesus für jeden tat.

Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
(Phil 4,4)

Eine Antwort zu “Römer 1: Ein Knecht von Jesus Christus”

  1. petersemenczuk sagt:

    @philip,
    heute komme ich erst dazu deinen Artikel zu lesen und muss sagen, du machst mir Freude, dass du dich so entwickelt hast und dass wir in Deutschland, solche heranwachsende Zeit -Zeugen Jesu Christi haben.
    Verlass Christus nicht, und höre auf Ihn wenn ER dich ruft in dem Innern deines Herzens und Gewissen.
    ER ist das innere Licht, Geist und Wort Gottes, und Er ist der Anfänger und Vollender des alleinseligmachenden Glaubens im Menschen. Dieser Glaube hat nichts mit dem natürlichen Glauben eines natürlichen und ungeistigen Menschen zu tun, den Gott und sein Gesetz, als Sünder bezeichnet.
    Dieser alleinseligmachende und allerheiligste Glaube, ist eine Gabe Gottes und eine Frucht des Heiligen Geistes in dem neuen Menschen, der von Gott gezeugt und wiedergeboren wurde nach dem Geist.
    Wer als Gottes und Christenmensch nach diesem inneren Licht, Geist und Wort, mit dem allerheiligsten Glauben lebt, lebt als ein Knecht Gottes, weit besser und sicherer, als der, der außerhalb der göttlichen Macht und Harnisch lebt, denn Gott und seine Engel umlagern einen solchen Augapfel Gottes auf Erden.
    Ich kann und darf vor Gott und vor den Menschen so reden und schreiben, weil mich Gott, außerhalb aller Religionen, Kirchen, Tempeln und Sekten, zu seinem Knecht und Diener gemacht hat vor 45 jahren, da war ich gerade 27 Jahre jung, so, dass wenn ich aufstehe, Gott mein ertser Gedanke ist und wenn ich mich schlafen lege, Gott mein letzter Gedanke ist.
    Von dem “Betet allezeit” und den Tag über, will ich nicht reden.
    Peter S.

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