Römer 1: Das Evangelium

Im ersten Kapitel des Römerbriefs stehen zwei Bibelverse, die mich sehr beeindruckt haben.

Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.
Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie geschrieben steht(Habakuk 2,4): “Der Gerechte wird aus Glauben leben.”
(Röm 1,16f)


Evangelium ist griechisch und heißt auf deutsch “frohe Botschaft” oder “gute Nachricht”. In Kurzform ist das Evangelium in diesem bekannten Bibelvers zusammengefasst:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
(Joh 3,16)

Das ist doch eine gute Nachricht. Niemand ist verloren. Obwohl wir innerlich verdorben sind und nicht von der Sünde lassen können und obwohl wir uns nicht an Gottes Gebote halten, will Gott uns zu sich holen. Er hat sich nicht von uns abgewendet und lässt uns in unserem Elend allein. Nein, Gott ist treu. Und er schickt uns den, der uns rettet: Jesus Christus. Er nimmt unsere Schuld auf sich und reinigt uns von unseren Sünden.
Die einzigste Bedingung ist der Glaube. Wir müssen unsere verdorbene Natur bekennen und an unsere Erlösung durch Jesus Christus glauben. Wir müssen darauf vertrauen, dass er uns gerettet hat.

Für die Griechen damals klang das wie purer Unsinn und Paulus wurde häufig für seine Predigten verspottet. Aber trotzdem hält er an dem Evangelium fest. “Ich schäme mich nicht!” sagt er. Denn er kennt die Kraft, die darin steckt. An anderer Stelle (1.Kor 4,10) schreibt er, wie er sich wegen Christus zum Narren gemacht hat.

Paulus fordert nicht von der Gemeinde, dass sie es sofort nachmachen müssen. Nein, ich denke, er weiß wie schwer das einem Menschen fallen kann, sich öffentlich zum Narren zu machen. Und tatsächlich ist es auch kein Kriterium für die Erlösung.
Wenn wir Paulus als Messlatte nehmen würden, dann würden wohl sehr sehr wenig Menschen zu Gott kommen. Und hier wird ja deutlich, dass die Messlatte eine ganz andere ist. Der Glaube allein rettet! Und nur der Glaube rettet! Und nichts anderes. Mathematisch ausgedrückt: der Glaube ist die notwendige und hinreichende Bedingung.

Aber Paulus zeigt mit seiner Haltung die Richtung auf, in die man als Christ gehen sollte.

Jesus sagt dazu:

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
(Mt 5,14)

Ja, ich kenne auch die Gotteskraft, die in dem Evangelium steckt. Und trotzdem habe ich mein Licht lange Zeit unter einen Scheffel gestellt. Irgendwie ist das unlogisch.
Deshalb will ich das jetzt schrittweise ändern und mein Licht auf einen Leuchter stellen.

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