Ehebruch in der Bibel
Dezember 2, 2007 — PhilipWie ich die Bibel verstehe, möchte ich hier mal an dem Beispiel “Ehebruch” erläutern und dazu habe die passenden Bibelstellen herausgesucht.
6. Gebot:
Du sollst nicht ehebrechen.
(2.Mose 20,14)
10. Gebot:
[...] Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib [...]
(2.Mose 20,17)
Die Strafe:
Wenn jemand die Ehe bricht mit der Frau seines Nächsten, so sollen beide des Todes sterben, Ehebrecher und Ehebrecherin, weil er mit der Frau seines Nächsten die Ehe gebrochen hat.
(3.Mose 20,10)
Bis hier hin scheint ja alles noch eindeutig zu sein. Doch wie wir wissen, müssen wir alle Bibelstellen berücksichtigen. Manche meinen, Jesus würde das Gesetz aufweichen. Aber Irrtum! Jesus sagt:
Ihr habt gehört, daß gesagt ist (2. Mose 20,14): “Du sollst nicht ehebrechen.” Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, sie zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
(Mt 5,27f)
Eine harte Aussage! Es geht also nicht nur um den Vollzug des Ehebruchs, sondern auch schon die Vorstellung reicht aus, um gegen Gottes Gebot zu verstoßen. Eigentlich ist das logisch. Denn es steckt schon im 10. Gebot. Trotzdem muss es Jesus den Menschen nochmal deutlich machen.
Wer kann denn da noch Gottes Gebote halten? Welcher Mann kann hier noch ein reines Gewissen vorweisen? Dann müssen wir alle getötet werden!
Das kann doch nicht Gottes Wille sein. Und das ist es auch nicht.
Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie. Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau zu ihm, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte und sprachen zu ihm:
Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du? Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand. Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
(Joh 8,2ff)
Jesus lässt sie einfach gehen. Ja, das zeigt doch den barmherzigen Gott, den wir in unserem Herzen tragen. Also können wir das Gebot zur Tötung aus dem dritten Buch Mose einfach überlesen? Es passt ja irgendwie nicht zusammen. Aber so einfach ist das nicht. Jesus macht das nochmal deutlich.
Ihr sollt nicht meinen, daß ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen. Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird nicht vergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüpfelchen vom Gesetz, bis es alles geschieht. Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute so, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich.
(Mt 5,17ff)
Die Gebote gelten nach wie vor. Jesus hat nicht gesagt, dass die Frau unschuldig ist. Nein, sie hat sich schuldig gemacht vor dem Gesetz und hätte den Tod verdient. Und genau zu dieser Erkenntnis erfüllt der Vers 3. Mose 20,10 seinen Zweck. Wir würden nicht merken, wie ernst es um uns steht. Ja, es ist sehr ernst. Es geht um Leben und Tod.
Aber Jesus sagt: “Wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein”. Sünder, die wir alle sind, haben nicht das Recht, die Frau zu verdammen. Nein, Gott ist unser Richter. Und die Ankunft von Jesus markiert einen Wendepunkt. Denn Jesus sagt:
Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben.
(Joh 5,22)
Das Gesetz gilt immer noch. Was damals Sünde war, ist heute immer noch Sünde. Aber Jesus ist unser Richter! Das ist der neue Bund, von dem der Prophet Jeremia spricht:
Siehe, es kommt die Zeit, spricht der HERR, da will ich mit dem Hause Israel und mit dem Hause Juda einen neuen Bund schließen, nicht wie der Bund gewesen ist, den ich mit ihren Vätern schloß, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus Ägyptenland zu führen, ein Bund, den sie nicht gehalten haben, ob ich gleich ihr Herr war, spricht der HERR; sondern das soll der Bund sein, den ich mit dem Hause Israel schließen will nach dieser Zeit, spricht der HERR: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben, und sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein. Und es wird keiner den andern noch ein Bruder den andern lehren und sagen: “Erkenne den HERRN”, sondern sie sollen mich alle erkennen, beide, klein und groß, spricht der HERR; denn ich will ihnen ihre Missetat vergeben und ihrer Sünde nimmermehr gedenken.
Was für eine Aussage! “Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben und in ihren Sinn schreiben!”
Genau das wurde durch Jesus vollbracht. Wer zum neuen Bund gehört, der wird nicht bestraft, sondern dem wird vergeben. Denn Jesus hat unsere Schuld auf sich genommen. Wie Jesaja vorhergesagt hat:
Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre. Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
(Jes 53,4ff)
So lässt sich auch erklären, warum Jesus die Frau nicht steinigen lies. Er hat die Strafe auf sich genommen, so dass sie geheilt wird.
Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, daß er die Welt richte, sondern daß die Welt durch ihn gerettet werde. Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
(Joh 3,16ff)
Das heißt natürlich nicht, dass wir machen können, was wir wollen. Denn wir sollen das Gesetz Gottes in unserem Herzen tragen. Das heißt, dass wir den Willen haben müssen, seine Gebote zu halten.
Auch in den Briefen von Paulus wird intensiv auf die Rolle des alten Testaments und seine Auslegung eingegangen. Das würde an dieser Stelle aber zu weit führen.
Dezember 2, 2007 at 7:03
Ich bin dankbar, dass du dies hier gepostet hast. Wir haben im Bekanntenkreis genau der Fall, das sich ein Paar trennt und sie ist scheinbar Fremdgegangen. In der Kirche bekommt er gesagt, wie seine Frau eine Sünderin ist, dass Gott sie nicht mehr vergeben kann, und dass sie den Tod bekommt.
Wenn ich einen Drucker hätte, dann wurde ich diesen Beitrag ausdrucken und ihm geben…
Dezember 2, 2007 at 8:47
Huch, welche Kirche sagt denn sowas?
Dezember 2, 2007 at 8:59
Es ist die Kirche, wo mein Mann und ich vor über 2 Jahren ausgetreten sind… die haben um, merkwürdige Ansichten was manchen Sachen angehen und die Frage, ob sie diese Ansichten biblisch begründen können, kamen sie nicht nach…
Dezember 13, 2007 at 11:33
@ Philip, Gruß zuvor!
Es gibt vor Gott zwei Arten von Ehebruch, darum dürfen wir, die eine Art mit der anderen Art, nicht verwechseln!
1. Erste Art eines Ehebruchs findet statt, wenn der von Gott abgefallenen Mensch. Sünder aufgrund seiner Ferne von Gott und seinem Heiligen Geist, nicht für notwendig hält, sich zu seinem Schöpfer- Gott und Schöpfer- Geist zu bekehren.
Da aber auch alles, Gottes Eigentum ist- auch der Mensch, lebt ein Sünder und ungläubiger Mensch, in dem geistigen Ehebruch vor Gott!
Was ist geistiger Eheruch?
“Wisset ihr nicht, dass der Welt Freundschaft- Gottes Feindschaft ist?
“Wisser ihr nicht, dass das Leben nach dem Fleisch mit seinen Lüsten und Begierden, den Tempel und Gotteshaus des lebendigen Gottes und seines Heiligen Geistes beschmutzt, verunreingt und Gott lästert?
Kurzausgabe: Jakobusbrief Kapitel 4, 1. Korintherbrief Kapitel 3, und 6, UND, 2, Korintherbief Kapitel 6,
Vor Gott findet geistiger Ehebruch dann statt, wenn der Mensch sich einen Christen bezeichnet und mit seinen Gedanken, Augen, Lippen und Körper, dem Geist der Welt und den fleischlichen Lüsten und Begierden nachfolgt.
Geistiger EHEBRUCH vor Gott, ist das Bild der Abgötterei und Götzendienst, dem man seine Kräfte und irdischen Gewinn opfert um seine fleischliche lust zu befriedigen.
Wie das Gefäß Mensch und menschlicher Leib, den Gott durch Christus erlöst, gereinigt, geheiligt und zum Ruhme Gottes bereitet, zu sein hat, Gleich so ist, und soll auch der INHALT, welcher ist der Heilige Geist, der Geist der Wahrheit, von dem Inhaber und Träger betrachtet werden.
Der Mensch hat ein Tempel des Heiligen Geistes zu sein!
Menschlicher und fleichlicher Ehebruch findet dann statt, wenn ein Mensch, gleich ob ein Mann oder eine Frau, die gemeinsam einen Namen tragen, und mit ihren Gedanken, Reden, Augen und Lüsten des Fleisches, einem anderen Fleisch zugeneigt sind und angehören, das sie befriedigt in ihren Lüsten und Begierden.
Wiedergeburtschristen kennen nur eine Lust, die durch das innere Licht, Geist und Wort Gottes, in ihnen erweckt und befriedigt werden will: “Habe deine Lust an dem Herrn, der wird dir geben, was dein Herz begehrt”!
Das Auge und die Gedanken, ist des Leibes Licht.
Darum hat uns Christus erlaubt, sich SCHEIDEN zu lassen von einem Menschen und Partner, dem wir uns anvertraut haben nach Geist,Seele und Leib, der aber die Ehe schamlos missbraucht hat, indem er oder sie, sich mit dem Leib, einem anderen Fleisch hingab, das nicht ohne Folgen blieb! Matthäus Kapitel 5, 31-32
Es ist besser, sich scheiden zu lassen von solch seinem Partner, als vor Gott und seinen Mitmenschen, in einer Lebens-LÜGE zu leben!
So weit bis heute!
Peter Semenczuk
Autor und Herausgeber christlich- theologischer Bücher und Publikationen im Selbstverlag und Internet.
Januar 22, 2008 at 2:53
Ich finde deine Art den Gesamtbefund der Bibel zusammenzu fassen liebevoll und weitherzig. Weiter So