Römer 1: sag wenigstens Danke

In meinem letzten Beitrag über den Römerbrief habe ich über die Verse 16,17 geschrieben, die wohl eine der zentralen Aussagen des Römerbriefs beinhalten. Vor Gott sind diejenigen gerecht, die aus ihrem Glauben leben.

Im letzten Teil des ersten Kapitels geht es um die Gottlosigkeit der Welt und dass sich niemand rausreden kann, weil er Gott noch nicht persönlich kennen gelernt hat.

Denn was man von Gott erkennen kann, ist unter ihnen offenbar; denn Gott hat es ihnen offenbart.
Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so dass sie keine Entschuldigung haben.
(Röm 1,19f)

Manche Leute sprechen davon, dass die Menschen sich früher vieles nicht erklären konnten und deshalb sich alle Dinge mit Gott erklärt haben. Und heute wäre das nicht mehr nötig, da wir für die damaligen Phänomene heute Erklärungen gefunden haben.
Aber ich denke, das ist sehr kurz gedacht. Denn je mehr wir von der Welt begreifen und je mehr wir verstehen, wie sie aufgebaut ist, desto mehr sehen wir doch ihre Komplexität. Alles greift so perfekt ineinander und funktioniert nur, weil es genau so ist wie es ist! Ja, ich denke, es ist heute immer noch so, wie Paulus schreibt. Gottes Wirken kann man tatsächlich wahrnehmen.
Auch wenn die Menschen in Rom nichts von Gottes Offenbarung gegenüber dem jüdischen Volk gewusst haben, so hätten sie wenigstens die Existenz Gottes erkennen können. Aber was haben sie stattdessen gemacht?

Denn obwohl sie von Gott wußten, haben sie ihn nicht als Gott gepriesen noch ihm gedankt, sondern sind dem Nichtigen verfallen in ihren Gedanken, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert. Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden und haben die Herrlichkeit des unvergänglichen Gottes vertauscht mit einem Bild gleich dem eines vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.
(Röm 1,21ff)

Die Menschen haben zumindest eine Ahnung, dass Gott existiert. Wäre es da nicht auch mal angemessen gewesen, Gott zu danken?

Aber sie haben Gott nicht gedankt. Stattdessen wurden ihnen belanglose Sachen wichtig. Dabei hätten sie Gott nötig gehabt. Aber sie waren nicht imstande, das zu erkennen. Die Folge ist, dass ihr Herz “verfinstert” ist. Die Stelle, die in ihrem Herzen für Gott vorgesehen ist, haben sie mit anderen Dingen gefüllt.
Jeder gottlose Mensch tut das. Kann man damit Gott gefallen? Sicher nicht. Aber er hat die Menschen gewähren lassen.

Und wie sie es für nichts geachtet haben, Gott zu erkennen, hat sie Gott dahingegeben in verkehrten Sinn, so daß sie tun, was nicht recht ist
(Röm 1,2 8)

Man bringt es allen Kindern bei, sich für Dinge zu bedanken, die sie geschenkt bekommen. Aber die Erwachsenen schaffen es selbst nicht. Ist es zuviel verlangt, sich bei dem zu bedanken, dem man alles zu verdanken hat? Nein, also das ist doch wirklich das Mindeste.

“Danke Gott, dass du die Welt erschaffen hast und ich darin leben darf.”

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