Weichspüler zu Weihnachten
Januar 2, 2008 — PhilipAn Weihnachten war ich seit langem mal wieder in der Kirche (evangelisch). Und ich muss sagen, dass meine niedrigen Erwartungen enttäuscht worden sind. Die Kirche ist kein Ort, um Gott zu begegnen, sondern man trifft bestenfalls auf eine christlich-humanistische Weichspülerethik, die sich nicht mal traut, gesellschaftskritisch zu werden.
Ich wusste nicht, dass es möglich ist, eine Predigt ohne Botschaft zu verfassen. Aber irgendwie hat es der Pfarrer geschafft. Zumindest habe ich von der Botschaft nichts mitbekommen. Stattdessen hörte ich eine Abhandlung über die soziologischen Auswirkungen des Weihnachtsfestes und eine leise Andeutung, dass Weihnachten für uns nützlich sein könnte. Gott wird nur am Rande erwähnt. Eigentlich bin ich mir nicht mehr sicher, ob Gott überhaupt erwähnt wurde. Immerhin wurde die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium vorgelesen. Das war wirklich ein Highlight.
Das ist jetzt vielleicht ein hartes Urteil, aber die Kirche verfehlt leider ganz deutlich das, was sie machen sollte. Aus lauter Angst, noch mehr Mitglieder zu verlieren, versuchen sie, es allen Recht zu machen. Allen, ausser Gott. Was er zu sagen hat, ist unwichtig geworden. Das finde ich sehr schade und hoffe, dass es wieder besser werden wird.
Da gefällt mir der Gottesdienst in meiner Gemeinde schon besser. Dort kann man Gottes Geist während des Gottesdienstes richtig spüren.