Nach einer längeren Pause arbeite ich endlich mal weiter den Römerbrief durch. Am Ende des zweiten Kapitels stehen nochmal zwei wichtige Verse:

Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht;
sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht. Das Lob eines solchen ist nicht von Menschen, sondern von Gott.
(Röm 2,28f)

Das Wort “Jude” könnte man in diesem Zusammenhang auch als “Angehöriger des Gottesvolkes” übersetzen.
Viele Juden dachten, dass sie durch ihre Beschneidung etwas besonderes sind. Die jüdischen Männer haben ein äußeres Merkmal, um sich von den übrigen Völkern zu unterscheiden. Dabei spielt Gott letzten Endes keine Rolle mehr, sondern es wird nur noch der äussere Kult gelebt.
Letztendlich wird Gott dazu missbraucht, um sich eine gesellschaftliche Identität zu schaffen. Es wird benutzt, um mit manchen Menschen Verbundenheit zu schaffen und sich gegenüber anderen Menschen abzugrenzen. Man ist Jude, “weil es sich so gehört” und man sucht nur die Anerkennung bei den Menschen.
Aber dieser äusserlich gelebte Kult nützt nichts, wenn man Gott nicht in seinem Herzen trägt. Paulus nennt das hier die “Beschneidung des Herzens”. Das ist der Bund mit Gott, der im Geiste geschieht. Und das geschieht “inwendig verborgen”, es ist für für Aussenstehende nicht unmittelbar sichtbar. Bei den Menschen bekommt man dafür kein bisschen Anerkennung. Dafür aber bei Gott. Und danach sollen wir streben.