Römer 5: aus Bedrängnis wird Hoffnung

In Röm. 5,1 steht, dass wir durch Jesus Christus Frieden mit Gott haben. Aber nicht nur das. Durch ihn haben wir auch Hoffnung auf das ewige Leben. Ja, nicht nur auf “ewiges Leben”, sondern auf das perfekte, ewige Leben.
Ich habe viele Christen erlebt (und bin auch selbst so einer), denen das irgendwie peinlich ist. Das klingt nämlich irgendwie durchgeknallt und man bekommt viele Worte zu hören, die nicht so nett sind und einen vielleicht verletzen könnten. Aber das sollte uns nicht peinlich sein. Nein, wir “rühmen” uns damit, d.h. wir geben damit an, wir protzen förmlich damit und sind stolz auf die Hoffnung der “zukünftigen Herrlichkeit”. Und diese Haltung sollte man nicht verstecken, sondern auch nach aussen zeigen! Anders können die Menschen doch gar nicht sehen, wie stark Jesus ein Leben verändert.

Paulus schreibt, dass wir uns bei Bedrängnissen genauso verhalten sollen. Er meint mit Bedrängnissen wahrscheinlich insbesondere auch die heftigen Verfolgungen, denen die Christen damals ausgesetzt waren. Das sind wir heutzutage in Deutschland Gott sei Dank nicht, aber auch wir haben mit Bedrängnissen zu kämpfen. Das können auch Anfechtungen, Spott oder andere Formen von gesellschaftlicher Ausgrenzung sein.
Mit diesen unangenehmen Dingen wollen wir angeben! Wir sind Kinder des allmächtigen Gottes und trotzdem (und gerade deshalb) sind wir Bedrängnissen ausgesetzt. Manche Christen meinen, sie müssten das verstecken und immer vorspielen, wie toll doch alles mit Jesus ist. Oder sie wollen es überhaupt nicht wahrhaben, dass sie in eine Lebenskrise geraten. Doch diese Bibelstelle hier hat eine andere Aussage: wir verstecken das nicht, sondern wir rühmen uns sogar damit.

Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus;
durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen, und rühmen uns der Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird.
Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Bedrängnisse, weil wir wissen, dass Bedrängnis Geduld bringt,
Geduld aber Bewährung, Bewährung aber Hoffnung,
Hoffnung aber lässt nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.
(Röm. 5,1-5)

Paulus begreift Bedrängnisse als Chance, denn aus der Bedrängnis entsteht letzten Endes wieder seligmachende Hoffnung. Zuerst, indem wir dadurch Geduld lernen. In anderen Bibelübersetzungen heißt es auch “Ausharren” statt “Geduld”. Durch eine Krise lernt man, durchzuhalten, also die Fähigkeit, den Glauben zu bewahren.

Aus dem Ausharren bzw. der Geduld entsteht dann Bewährung. Wir sammeln so nicht nur Erfahrung, sondern Bewährung heißt ja, dass man etwas erfolgreich meistert. Gott ist immer bei uns und führt uns durch alles siegreich durch.

Aus diesem Erfolg heraus entsteht wieder Hoffnung, denn Gott hat uns wieder einen kleinen Fetzen der Herrlichkeit gezeigt.

Das erinnert mich irgendwie an Rollenspiele. Durch das Kämpfen (=Ausharren) mit Monstern (=Bedrängnisse) bekommt der Spieler Erfahrungspunkte (=Bewährung), woraus er wieder seine Fähigkeiten (=Hoffnung) steigert.

Mir gefällt das Bild, um den Vorgang ein bisschen zu verdeutlichen, den Paulus hier beschreibt. Dabei will ich aber keinesfalls das Leben als Rollenspiel vergleichen. Das ist es sicher nicht. Es ist nämlich keinesfalls der Sinn des Lebens, sich mit Bedrängnissen auseinanderzuschlagen. Aber wenn sie kommen (und sie werden kommen), sollten wir sie nicht ignorieren, oder davor weglaufen. Wir sollten sie als Chance begreifen, um unseren Glauben zu vertiefen.

Zum Schluss noch der schönste Vers in dem Abschnitt. “Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unserem Herzen”. Die Hoffnung, von der hier geredet wird, ist unbesiegbar! Niemand wird sie uns nehmen können, nichtmal der Tod. Und durch die Liebe Gottes, die in unserem Herzen ausgegossen ist, wissen wir, dass wir nicht vergeblich hoffen.

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