Heute habe ich versucht, mir die altgriechische Schrift beizubringen. Der Großteil der griechischen Buchstaben ist mir schon aus unzähligen Mathevorlesungen bekannt, aber trotzdem ist das nochmal was ganz anderes, einen griechischen Text zu lesen und in lateinische Schrift zu übertragen.
Ich fühle mich wie ein kleines Kind, das gerade Schreiben lernt und deshalb komme ich nicht daran vorbei, ganz stolz meine ersten Transkriptionen in lateinische Schrift zu prästentieren.
(Achtung, sind bestimmt Fehler drin)
Die Beispiele sind aus der Septuaginta (griechisches AT) bzw. dem griechischen Urtext des NT. Die können auf www.bibelserver.com gelesen werden.
1. Mose 1,1
εν αρχη εποιησεν ο θεος τον ουρανον και την γην
en arche epoiesen o theos ton ouranon kai ten gen
Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde (Elberfelder Übersetzung)
Johannes 1,1
εν αρχη ην ο λογος και ο λογος ην προς τον θεον και θεος ην ο λογος
en arche en o logos kai o logos en pros ton theon kai theos en o logos
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott (Elberfelder Übersetzung)
Ich wäre für Hinweise dankbar, falls jemand im Internet eine gute Seite kennt, auf der man gut Altgriechisch lernen kann. Aber ein guter Buchtipp wäre auch nicht schlecht.
März 21, 2008 at 7:07
Das Studium der Originaltexte ist äusserst reizvoll. Ich habe mich mal mit der Dogmatik des Christentums im 2-4. Jh. auseinandergesetzt, und da war es gut, inhaltliche Finessen in zweisprachigen Texten zu erkennen.
Was deine Transkribierungen angeht: Formell korrekt, was du beim Standardgriechischsatz des Computers aber nicht anzeigen kannst, das sind die Akzente (wie im Französischen éèàô etc.), die ein Wort im Griechischen wesentlich beeinflussen.
Wenn du nämlich „ο θεος“ zu „o theos“ umschreibst, hast DU keinen Fehler gemacht, wohl aber der gr. Ursprungstext – da fehlt ein kleiner Akzent, der das Wort dann als „ho“ ausgesprochen werden sein lässt. Somit ist die lat. Umschrift etwas fehlerhaft. Ausserdem ist es problematisch, das Zeichen „η“ mit „e“ zu ersetzen, denn dann wäre es ja homophon mit „ε“ – was es nicht ist. „η“ ist so etwas zwischen ä und e, aber eher beim e. (Ich werde es mal als è bezeichnen, wie die frz. Aussprache)
Also hier mein Vorschlag für Mose 1,1:
en archè epoièsen ho theos ton uranon kai tèn gèn
Wie gesagt, jedem „professionellen“ Griechischlehrer/Schüler würden sich die Haare sträuben – für unsereins ists als Anfang hilfreich.
Gruss
Ieggel
März 21, 2008 at 10:06
Hey, danke für die Hinweise. Es ist sowieso schwer, die Aussprache ohne Lehrer vernünftig hinzubekommen, aber es hilft auf jeden Fall weiter.
Im Deutschen haben wir aber auch zwei verschiedene Arten von E: z.B. Esel und Test.
März 26, 2008 at 3:44
Hallo, Philip!
Schöne hp hast Du da. Oja, altgriechisch… ^^.
Bei uns kann man das an der Uni lernen (wenn man will).
. Eine geschichtsstudierende Freundin (schon fertig) hat mir das auch mal empfohlen, aber leider kann ich nicht alles lernen und alles wissen (wäre sonst ein bisschen zu viel +g+).
Bücher habe ich jetzt noch keine gelesen dazu, habe ansonsten ohnehin genug zu lesen
Ich wünsche Dir viel Erfolg damit!
Wollte nur ‘mal auch bei anderen Christen vom Christenblog vorbeischauen.
Alles Liebe & Gottes Segen,
die freundliche Netzspinne aus der Nachbarschaft (lol).
März 28, 2008 at 12:46
Willkommen Netzspinne und danke für das Lob. Dann werde ich mich wohl revangieren müssen und werde demnächst deinen Blog intensiv unter die Lupe nehmen.
So wie ich mich kenne, ist das mit dem Altgriechisch in wenigen Wochen wieder aus meinem Sinn. Vielleicht helfen regelmäßige Blogeinträge, um am Ball zu bleiben. Es macht zwar Spaß, aber einen besonderen Ehrgeiz habe ich beim Griechisch lernen irgendwie noch nicht entwickelt.
August 28, 2008 at 2:15
Hallo Philip!
Deiner eigenen Einschätzung zu Folge ist das Griechisch- lernen zwar schon längst wieder aus deinem Sinn, falls aber doch noch nicht oder du einen neuen Motivationsschub brauchst, hab ich einen Buchtipp für dich:
So, wie ich’s verstanden habe, willst du Griechisch eh nur zum Bibel lesen lernen, dann ist „Bibelgriechisch leichtgemacht“ von Stoy und Haag genau perfekt für dich!
Schau’s dir an, perfekt für Autodidakten (meine eigene Erfahrung) und sehr motivierend!
LG! K
August 28, 2008 at 7:51
Danke für den Buchtipp, Kerstin. Das klingt wirklich perfekt für mich.
Meine Einschätzung war richtig, das Thema ist wieder völlig aus meinem Sinn, aber ist so eines der Dinge, die ich irgendwann noch machen möchte.
März 12, 2009 at 11:41
Ich bin ja ganz erstaunt was ich hier lese.
Übst Du weiter Dich im Altgriechischen?
Ich war ganz begeistert als ich eine Abschiedsvorlesung von einem theol Prof in die Hände bekam, in der referierte, wie wichtig die alten Sprachen für das Bibelverständnis sei.
Er machte es an der Stelle klar wo es in den meisten deutschen Übersetzungen heißt: Das Reich Gottes ist nahe“ und im Griechischen heißt es: „das Reich Gottes ist da.“ Dieser kleine aber sehr wesentliche Unterschied hat bei mir einen enormen Glaubensschub ausgelöst, weswegen ich mich auch so gerne streite. Im Reich Gottes ist so etwas nämlich erlaubt.