Endzeiterwartung in der Urgemeinde

Mein Ziel war es eigentlich schon immer, das Christentum in der Originalfassung zu leben. Die Ansicht, wir wären über die Zeit reifer geworden und hätten eine größere Erkenntnis gewonnen, muss ich verwerfen. Das Gegenteil ist der Fall. Ich denke, dass die Christenheit selten weiter von Gott entfernt war, als heute.
Und während die Kirche in ihrer langen Geschichte viel Leid verursacht und mitverschuldet hat, ist die christliche Urgemeinde auch über die lange Zeit und den großen Wandel der Moralvorstellungen immer noch über jede moralische Kritik erhaben. Und zu keiner Zeit war die Christenheit stärker von Gottes Geist ergriffen, als am Anfang. Es ist offensichtlich, dass die Geschichte des Christentums kein geradliniger Verlauf im Sinne Gottes ist und geradezu nach Korrekturen schreit.

Denn es wird eine Zeit kommen, da sie die heilsame Lehre nicht ertragen werden; sondern nach ihren eigenen Gelüsten werden sie sich selbst Lehrer aufladen, nach denen ihnen die Ohren jucken,
und werden die Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Fabeln zukehren.
Du aber sei nüchtern in allen Dingen, leide willig, tu das Werk eines Predigers des Evangeliums, richte dein Amt redlich aus.
(2 Ti 4,3 ff)

Genau so ist es auch gekommen. Also, besinnen wir uns doch auf den Ursprung zurück, halten uns an die heilsame Lehre, die von den Aposteln gepredigt wurde und geben dem Heiligen Geist wieder mehr Raum, um in uns und durch uns zu wirken. Bisher dachte ich, ich hätte so im Groben begriffen, wie wir unser Leben führen sollen. Doch vor kurzem sprang mir ein Punkt ins Auge, den ich bis jetzt total vernachlässigt habe und der in der Urgemeinde wirklich allgegenwärtig war: die Erwartung auf baldige Rückkehr von Jesus Christus.
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