Meine “Hassliste”
Mai 3, 2008 — PhilipNeulich habe ich im Zug einen alten Klassenkameraden wiedergetroffen. Mein erster Gedanke war: “Oh nein, nicht der Arsch”.
Dann habe ich mich geschämt, wie ich immer noch die alten Geschichten mit mir rumtrage.
Vor kurzem hatte ich noch eine Liste von Leuten aufgestellt, die ich in meinem Leben wirklich gehasst habe. Und habe gebetet, dass es mir gelingt, ihnen zu vergeben. Wie ich jetzt gemerkt habe, ist mir das offensichtlich noch nicht gelungen. Da sind mir vier Leute eingefallen, alle aus meiner Schulzeit. Und den ich im Zug wiedergetroffen habe, der war auf dem vierten Platz gelandet. Tatsächlich hatte ich die konkreten Dinge vergessen, warum ich speziell ihm gegenüber so negativ gestimmt war. Ich hatte es schon vergessen, aber noch nicht vergeben. Sehr merkwürdiges Gefühl.
Also habe ich versucht, ihm nichts mehr nachzutragen und mit Gottes Hilfe ist es mir auch gelungen.
Es kam ein gutes und interessantes Gespräch heraus. Weit besser, als mit manch einem von meinen alten Freunden, wenn ich sie wieder sehe.
Vielleicht gibt Gott mir auch die Gelegenheit, die anderen drei Personen auf meiner Liste “abzuhaken”. Ich spüre, dass es bei den andern drei leider etwas schwieriger wird.
Mai 5, 2008 at 6:20
Manchmal geht es mir genauso wie Dir, das da was auf der Vergangenheit auftaucht, wo ich dachte, es wäre erledigt.
Dann hab ich mal gelesen, das auch wir 7×77 (bin mir jetzt nicht sicher, ob dies die Zahl aus der Bibel ist?) mal vergeben können, denn einige Dinge brauchen ihre Zeit und das weiß Gott - und alles was Er uns entdecken lässt, ist ein Gewinn
Mai 5, 2008 at 6:20
P.S. die Idee mit der “Hassliste” und dann dafür beten, find ich aber echt klasse, werd ich mir merken.
Mai 5, 2008 at 9:11
Die biblisch korrekte Zahl ist “siebzigmal siebenmal” (Mt 18,22). Hab extra nochmal nachgeschaut. (Und Gelegenheiten zum Klugscheissen lasse ich selten aus
)
Jetzt hättest du glatt 49mal zu oft vergeben …
Nein, was Jesus ausdrücken wollte ist ja, dass man nie oft genug vergeben kann.
Und was ich durch das Erlebnis gelernt habe, ist, dass Vergebung keine pure Willensentscheidung ist, sondern irgendwie mehr dazu gehört und ein längerer Prozess sein kann, wenn man wirklich von ganzem Herzen vergeben will.