In der Bibel gibt es Sätze, die besagen, dass man etwas tun/haben/sein soll. So etwas nennt man “Gebot”. Außerdem gibt es Verse, in denen steht, dass man etwas tun/haben/sein wird. Das wird dann “Verheißung” genannt.

Beispiele für Gebote:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.
(Lk 10,27)

Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
( Mt 5,48 )

Beispiele für Verheißungen:

Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben.
(1 Joh 2,25)

Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden, denen, die an seinen Namen glauben
(Joh 1,12)

Die Zeichen aber, die folgen werden denen, die da glauben, sind diese: In meinem Namen werden sie böse Geister austreiben, in neuen Zungen reden,
Schlangen mit den Händen hochheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird’s ihnen nicht schaden; auf Kranke werden sie die Hände legen, so wird’s besser mit ihnen werden.
(Mt 16,17f)

Der wesentliche Unterschied zwischen Gebot und Verheißung ist, dass ein Gebot beschreibt, wie wir handeln sollen, eine Verheißung sagt, was Gott tut bzw. tun wird. Die Verheißungen sind das, was Gott in die Beziehung zu uns legt, das Halten der Gebote ist das, was von unserer Seite kommt.

Verwirrung scheint manchmal die obige Verheißung aus Matthäus 16 zu stiften, da sie davon spricht, dass wir, die wir glauben, Zeichen “tun werden”. Das klingt fast so, als stünde da “tun sollen”, so dass manche diese Verheißung so lesen, als wäre sie ein Gebot. Für mich ist es aber ein Unterschied, ob wir etwas “tun sollen”, oder ob wir etwas “tun werden”.
Der Schlüssel zum erfüllten Leben liegt genau darin, die Gebote Gottes zu halten. Oberflächlich betrachtet beschneidet das unsere eigene Freiheit, aber in letzter Konsequenz steckt hier ein Gewinn für unser Leben. Das ist meine Erfahrung, die ich bisher gemacht habe und die ich auch weitergeben möchte.
Die Verheißungen sind auch wichtig, sie geben uns in Krisenzeiten einen Halt und zeigen uns, was Gott mit uns vor hat. In unserer Gesellschaft herrscht ein sehr ökonomisches Denken vor. “Wenn ich was investiere, dann will ich auch was gewinnen”. Die Verheißungen werden also als der gerechte Lohn empfunden. Doch wenn Jesus so gedacht hätte, dann wäre er nie auf die Erde gekommen und am Kreuz für uns gestorben. Wir sollen wie Jesus werden, das Anspruchsdenken gilt es also zu überwinden. Paulus schreibt im Römerbrief, dass wir auf die Verheißungen keinen Anspruch haben, sondern dass wir sie von Gott geschenkt bekommen. Einzigste Bedingung ist der Glaube an Jesus Christus, unseren Erlöser.
Wenn wir nun aber alles als Geschenk bekommen, dann kann es sein, dass wir die Gebote vernachlässigen. Der Mensch hat nunmal die Neigung, sich nur für eine Belohnung anzustrengen.
Gott will, dass wir seine Gebote halten, weil sie gerecht und gut sind. Wenn wir “dem Bilde Christi ähnlicher werden”, dann fangen wir an, das zu verstehen. Dann ist das Gebot nicht mehr eine Last, etwas das mich beschwert und das ich tun muss. Es ist viel mehr so, dass man die Gebote dann tun will.
Ich WILL Gott lieben, ich WILL meinen Nächsten lieben wie mich selbst, ich WILL vollkommen sein. Nicht, weil ich mir davon etwas erhoffe. Ewiges Leben habe ich schon geschenkt bekommen. Sondern ich will es tun, weil es GUT ist.