Eine interessante Idee habe ich bei Quincy gefunden. Eigentlich wollte ich dort einen Kommentar veröffentlichen, aber die Blogsoftware meinte immer, ich wäre ein Spambot. Deshalb habe ich daraus einen neuen Eintrag in meinem Blog gemacht.
Zum Thema passt in entferntem Sinne auch Stefans neuer Blog bibelkommentar.wordpress.com und sein Bibelworkshop, der eine klare Missionsabsicht verfolgt und den ich an dieser Stelle empfehlen möchte. Ich verfolge das mit Interesse. :-)

Bei Quincy geht es jedenfalls um eine wachsende Zahl von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die einen Großteil ihres Lebens im Internet mit Rollenspielen verbringen und die wahrscheinlich Jesu Hilfe wirklich nötig hätten, weil sie ihr Leben alleine nicht mehr in den Griff bekommen. Wie könnte man diese Menschen erreichen, bei denen (im Extremfall) der einzige Kontakt zur Aussenwelt noch im Pizzaboten besteht?

Man wird sie wohl nur erreichen können, wenn man in ihre virtuelle Welt eindringt (oder als christlicher Pizzadienst ;-) ) und dort Gottes Wort verkündet. Sowas gibt es auch bestimmt schon. Allerdings stehe ich der Sache auch skeptisch gegenüber, weil eine Verkündigung aus technischen Gründen erheblich erschwert ist.

Ich frage mich, wie man über das Internet Gottes Gegenwart und Liebe vermitteln soll? Wenn man einen Menschen aus Fleisch und Blut vor sich hat, ist das einfacher. Und meine Erfahrung mit meinem Blog bestätigt das. Ich habe positive Rückmeldungen bisher ausschließlich von Glaubensgeschwistern erhalten. Das Internet eignet sich wohl, um sich gegenseitig im Glauben zu bestärken, aber Missionierung … wirklich schwierig. Wobei man das Wirken Gottes nie unterschätzen sollte. Wenig kann schon viel bewirken.
Man hat natürlich auch den Nachteil, dass die Leser leicht der Versuchung erliegen können, die Botschaft einfach wegzuklicken. Im echten Leben müssen sich die Leute schon mehr damit auseinandersetzen.
Und, vielleicht der wichtigste Punkt, selbst wenn man wirklich über das Internet zum Glauben findet, es ist wohl fast unmöglich, im Glauben Wurzeln zu schlagen, oder? Eine echte Gemeinde wäre da schon hilfreich. Das Internet ist global und anonym, christliches Leben ist eher lokal und persönlich. Da sehe ich schon eine gewisse Problematik, das zusammen zu bringen. Deshalb ist das Internet nicht das optimal Medium für christliche Verkündigung.

Aber trotz allem sehe ich im Internet eine gute Möglichkeit, den Menschen mal einen Anstoß zu geben, sich mit Gott auseinanderzusetzen. Aber der Ausdruck „Missionierung über das Internet“ ist wohl etwas zu dick aufgetragen, es ist nur schwer mit Missionierung im realen Leben vergleichbar.
Und ich würde es gut finden, wenn die virtuellen Organisationen auch im wirklichen Leben mit einer ähnlichen Struktur vorhanden sind, um einen bessere Verzahnung zu schaffen. Denn es ist klar, dass man einen christlichen Glauben nicht nur virtuell praktizieren kann, sondern dass er sich letztlich auf alle Bereiche des Lebens durchschlagen sollte.

Gibt es Leute, die durch das Internet zum Glauben finden? Es würde mich interessieren, was es da für Lebensgeschichten gibt. Wenn jemand was weiß, bitte melden.



  1. Hallo Philip,

    danke für Deinen Beitrag – und sorry wegen des fehlerhaften Plugins. Dieses Plugin sollte eigentlich nur Spammer aussperren und keine Kommentatoren :) . Ich hab das Plugin jetzt deaktiviert sollte gehen (kann das mal jemand testen?).

    Man muss da sein denke ich, wo die Menschen sind. Und in unserer „zivilisierten“ Welt fliehen die Menschen halt oft in eine virtuelle Welt. Es hört sich vielleicht komisch an, aber viele dieser Menschen „leben“ diese Welt. Woher ich das weiß? Na ich war mal einer von ihnen.

    Auf einem richtigen Rollenspielserver spielen die Menschen dort alles mögliche (Krieger, Magier, Heiler aber auch Schmied, Fischer, Schatzsucher oder aber auch Diebe, Bettler, Raubritter usw). Die anderen nehmen diese Rolle an und verhalten sich dementsprechend ihrer Rolle.

    Ich muss dir recht geben – über das Netz wird es wohl nur schwer möglich sein, einen Menschen richtig zu Jesus zu bekehren. Aber das ist genausowenig von Angesicht zu Angesicht möglich. Weil es uns Menschen nie möglich ist jemanden zu Jesus zu bekehren. Das liegt alleine in der Gnade Gottes. Das Medium ist egal.

    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es im Internet sehr viele Suchende gibt – ich war ja auch einer. Es fällt viel leichter im Internet eine Frage zu stellen als im realen Leben, weil man ja anonym ist – man muss nichts von sich offenbaren.

    Den Anstoss den man bekommt muss dann jeder selber verarbeiten – aber es muss doch jemand da sein, der den Anstoss geben kann oder?

    Ich meine das sind wirklich Millionen!!! Viele spielen das Game zwar einfach nur als das was es ist – als Spiel halt. Aber wirklich sehr viele LEBEN das! Sie beten virtuelle Götter an, wirken virtuelle Zauber um virtuelle Wunden zu heilen oder zu verursachen. Sie verbringen jede freie Minute in dem Spiel, die einzigen sozialen Kontakte die sie pflegen haben sie im Spiel. Das Spiel ist alles.

    Irgendwie liegt mir das Thema einfach im Herzen (absichtlich hab ich im und nicht am Herzen geschrieben), es ist wie eine Last. Ich hab da nicht soviel Erfahrung mit, aber kann es sein, dass Gott von mir will dass ich diese Aufgaben angehe?

    Vielleicht irre ich mich auch, ich musste es einfach mal loswerden.

    cu Quincy

  2. Natürlich kann das sein, dass Gott dich für diese Aufgabe vorgesehen hat. Du bist jedenfalls auf dem richtigen Weg. Erforsche weiter, was Gott mit dir vor hat, und er wird dein Tun auch segnen.

    Ich muss dir recht geben – über das Netz wird es wohl nur schwer möglich sein, einen Menschen richtig zu Jesus zu bekehren. Aber das ist genausowenig von Angesicht zu Angesicht möglich. Weil es uns Menschen nie möglich ist jemanden zu Jesus zu bekehren. Das liegt alleine in der Gnade Gottes. Das Medium ist egal.

    Klar, das ist auch schwierig.
    Aber für mich ist das so, als würde der Heilige Geist einen heiligen Menschen wie eine Aura umgeben und dieser Effekt wirkt und kommt bei Menschen in der Umgebung an. Und wenn sich das in einer Versammlung potenziert und entläd, dann haut das einen einfach um. Ich denke, sowas ist über das Internet kaum erlebbar, geschweige denn vermittelbar.

    Du hast Recht, dass die Menschen über das Internet viel eher mit ihren Lebensproblemen rausrücken und in dieser Hinsicht viel offener sind, als im wirklichen Leben. Das ist natürlich ein Vorteil des Internets. Aber wie gesagt, mein Ansatz wäre es eher, die Verkündigung im Netz stark auch mit Aktivitäten im wirklichen Leben zu koppeln. Mich interessiert eher die Herausforderung, neue Medien mit der „klassischen Verkündigung“ zu verbinden und zu überlegen, wie sich das gegenseitig ergänzen und bereichern könnte.

    Manchmal denke ich auch daran, mit dem Bloggen wieder aufzuhören, weil mich die Anfeindungen und Streitereien viel Kraft kosten und ich auf der anderen Seite keine Frucht erkennen kann. Hehe, ich bin wahrscheinlich nicht der geeignete Gesprächspartner für dich, weil ich durch meine negative Einstellung deinen Enthusiasmus bremsen könnte. Also lass’ dich nicht von mir abhalten. ;)

  3. Hallo Philip,

    vielen Dank für Deine Worte. Natürlich hast Du recht – ein persönliches, vom heiligen Geist erleuchtetet Gespräch kann in einer derartigen virtuellen Welt nicht ersetzt werden. Jedenfalls kann ich es mir nicht vorstellen.

    Ich denke man kann den Menschen da nur einen Anstoss geben. Man kann vielleicht auch nur ein kleines Samenkorn sein, um dem Feind nicht die ganze Ernte zu überlassen. Ich weiß es nicht.

    Ich weiß nur, dass es da unglaublich viele Menschen gibt, die Jesus nicht kennen und die man vielleicht nur dort erreichen kann.

    Bitte gib das Bloggen nicht auf! Denn ich habe Dein Blog schon länger abonniert und es gibt mir Kraft und Inspiration! Auch ich bekomme Anfeindungen – aber in dieser Welt ist das wohl normal. Gib nicht auf – immerhin sind auch wir Christen nicht wenige und Gottes Liebe ist in uns, so dass wir uns gegenseitig helfen und stützen können.

    Was die Frucht angeht, so können wir daran eh nichts tun, das kann alleine der Herr. Ich habe diese Geschichte hier http://donralfo.wordpress.com/2008/10/08/der-kleine-mann-von-der-george-street/ gefunden und das hat mir gezeigt, das wir wohl erst im Himmel sehen können welche Frucht unser Dienst gebracht hat!

    Der Herr Segne dich!
    cu Quincy

  4. Ich finde gut, dass Du dich mit dem Thema „Missionierung übers Internet“ kritisch auseinander setzen tust. Höchstwahrscheinlich hast Du sogar recht, dass meistens „nur“ Glaubensgeschwister die Blogs lesen werden. Aber ich sage mal, wenn man wenigstens einem Menschen dadurch eine Hilfe sein kann, hat sich der Aufwand gelohnt, oder?

  5. Klar lohnt sich das. :-)
    Und so Gott will, werde ich euch im Internet noch lange erhalten bleiben. Nur weiß ich nicht, wie lange der Blog in dieser Form Bestand haben wird. Vielleicht fällt mir etwas ein, wie man die Menschen besser ansprechen kann.

  6. Josef Sefton

    Gratuliere, Philip, denn eine Menge gute Sachen machst du schon hier zur Ehre Gottes. Sei ermutigt; denn du wirklich gute Arbeit auf deiner Webseite machst. Vergiss nicht dass sie noch relativ jung ist!
    Nachteilig finde ich dass viele Seiten viel zu lang sind.
    Zum Beispiel für diese Seite
    frohebotschaft.wordpress.com/2008/05/28/metallica solltest du eine neue machen, denn das Christliche und nicht Christliche Publikum findet dieses Thema recht interessant.
    Es gibt hier auf deiner Seite viele Seiten die man zu tief herunterscrollen muss.
    Das ist ein Fehler, der du in der Zukunft korrigieren kannst.
    Der Titel der neuen Seite Könnte lesen:
    Metallica bringt keine frohe Botschaft!!
    Sobald ich dieser Titel oder ein ähnlicher sehe bin ich am Schreiben.
    Gottes Segen dir, ehrlicher Student der Bibel.

  7. Hallo Josef,

    danke für deine Anregungen.
    Du hast Recht, das Thema scheint zu interessieren. Ich werde demnächst etwas in diese Richtung schreiben. Ein paar Gedanken habe ich dazu schon im Kopf.

    Die Seiten sind zu lange, wenn viele Kommentare zu einem Artikel abgegeben werden. Ab einer gewissen Anzahl von Kommentaren wird es einfach unübersichtlich. Ich wüsste aber nicht, wie ich das ändern könnte. Das Design gibt das nicht her, so einen Seitenumschalter einzubauen.

  8. Josef Sefton

    Gottes Segen dir, Philip.
    Betriff: das Design gibt nicht her, einen Seitenumschalter einzubauen.

    Die leichteste Methode ist folgendes: Mach eine neue Seite mit einem geeigneten Titel .
    Dann Copy and Paste die Hälfte der ursprünglichen Seite in der neuen Seite hinein.
    Nachdem die neue Seite fertig ist, dann kannst du ruhig löschen.

  9. Danke für den Ratschlag.
    Aber so wird das inhaltlich Zusammengehörende auseinander gerissen. Da finde ich es schon so besser, wie es ist.