Wenn auch etwas verspätet, will ich noch ein Fazit des vergangenen Jahres ziehen und ein Ausblick auf das Jahr 2009 werfen.

Meine Losung 2008 war: „Ihr seid das Licht der Welt“. Ich denke, ich verstehe das jetzt besser, als damals, als ich diesen Vers ausgewählt habe. Ein Licht gibt Orientierung, klar. Nur steht hier nicht „Du bist das Licht der Welt“, oder „Ihr seid die Lichter der Welt“, sondern „IHR seid DAS Licht der Welt“. IHR, das heißt alle Nachfolger Jesu zusammen sind DAS Licht der Welt. Nicht du bist ein Licht und nicht ich bin ein Licht. Gemeint ist die Christenheit als Ganzes.
Bringt das der Welt also Orientierung, wenn wir im Internet theologische Kleinkriege führen? Sicher nicht, das bringt sogar große Verwirrung. Und dennoch habe ich mich zu oft daran beteiligt.
Von daher muss ich sagen: Ich habe mein Ziel verfehlt. Und die Lehre, die ich daraus ziehe, ist, dass ich nie nie nie wieder die Belehrung in den Vordergrund rücken will, sondern die Liebe. Das bedeutet nicht, dass mir alles gleichgültig ist. Liebe bedeutet auch, dass man sich einmischt und anderen zeigt, wenn sie vom rechten Weg abkommen oder sich irren. Aber es ist so, wie Paulus schreibt: „Die Liebe duldet alles“. Man darf in einer Debatte nicht den Versuch unternehmen, dem Anderen das Gesicht zu nehmen, sondern alles muss respektvoll und geduldig ablaufen. Es geht nicht darum, den eigenen Standpunkt durchzusetzen, sondern man soll durch alles, was man tut, die Liebe Gottes offenbar werden lassen. Die zentrale Überlegung sollte also sein: Was kann ich tun, damit die Liebe Gottes sichtbar wird?
Wenn wir darauf bedacht sind, dann würde endlich mal Gott zu Wort kommen und nicht nur das, was wir meinen, über ihn zu wissen. Und so werden wir dann auch ein Licht für die Welt sein.

Ein großes Dankeschön geht an Bento, der mir die Augen geöffnet hat, dass es nicht Sinn der Sache ist, die Verse zu betonen, bei denen man meint, dass man sie besonders gut befolgt. Und man dazu noch an den eigenen Schwachstellen die Verse abschwächt oder ausblendet. Ist euch das schon mal passiert? Mir passiert es ständig und nichts kann die Selbstgerechtigkeit, an der man gerade bastelt, besser entlarven.

Mir wurde klar, dass die Welt nicht den x-milliardundersten Standpunkt (meinen) nötig hat. Was sie braucht, ist die Liebe Gottes und sie braucht Menschen, die diese Liebe vermitteln können. Deshalb ist mein Motto für 2009:

Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus.
(Eph 4,15)

Die Liebe soll echt sein, direkt von Gott, der ja bekanntlich die Liebe ist. In diesem Jahr werden wir mit Gottes Hilfe ein Stück Himmel auf die Erde holen.

Zum zweiten Teil des Verses fällt mir gerade nicht viel ein. Außer, dass ich gerade am Entdecken bin, was Jesus Christus noch alles für mein Leben bedeutet. Ich möchte ihn in diesem Jahr besser kennen lernen, besser mit ihm verbunden sein und ihm ähnlicher werden. Und ich wünsche das auch allen anderen Menschen auf der Welt. :-)


  1. Danke Philip – mal wieder ein schöner Beitrag. Ein echter Augenöffner – fast alle Verse die Du angesprochen hast, hab ich mal wieder nicht vollständig richtig gelesen. Meine größte Schwachstelle ist wohl die Bibel zu schnell zu lesen. Ich muss das unbedingt üben.

    Der Komment passt zwar jetzt ned so zu dem Beitrag, aber irgendwie fällt mir das immer bei deinen Artikel auf, dass ich falsch lese. Danke dafür!

  2. Hi Philip,
    finde ich sehr lobenswert, dass Du die Liebe betonen willst.

    M.E. darf das aber auch nicht auf Kosten der Wahrheit und der gesunden Lehre gehen. Liebe und Wahrheit ist und darf kein Widerspruch sein (auch wenn wir diesbzgl. oft sündigen; jedoch ist es immer leichter nix zu tun; dann sündigt man tendenziell weniger; andererseits aber auch wieder mehr durch die Unterlassungssünden…).

    Der von Dir zitierte Vers aus dem Epheserbrief ist sehr schön, es fehlt aber ein wichtiger Teil.

    Hiermal der ganze Abschnitt (Eph 4,11-16):

    Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe.

    Es ist also AUCH wichtig, dass wir zur „Einheit des Glaubens gelangen“, „damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen“.
    Es ist m.E. ein Trugschluss, dass man automatisch mehr liebt, wenn man sich einfach aus allen theologischen Diskussionen heraushält.
    Ich möchte auch keine theologischen „Kleinkriege“ führen, aber wenn wir zur Einheit des Glaubens kommen wollen, müssen wir auch unsere Standpunkte vertreten und LIEBEVOLL miteinander darüber diskutieren, um GEMEINSAM in der Erkenntnis der Wahrheit zu wachsen.
    Das heißt natürlich NICHT, dass wir unser Leben nur damit verbringen sollen, theologische Diskussionen zu führen. „Nebenbei“ sollte man auch Werke der Liebe tun…

  3. PS: Andererseits hast Du Recht, dass man eigentlich auf die theologischen Streitereien verzichten könnten, WENN es keine Kirchenspaltung mehr gäbe.
    In der kath. Kirche ist theologisch so ziemlich alles geklärt. Da gibt es ein offizielles Lehramt und der Rest des „Leibes“ muss sich „fügen“. Solange die Lehre richtig ist, ist das doch eine feine Sache, oder? Da kann man sich dann voll auf die „Liebestaten“ konzentrieren. Von dem her glaube ich tatsächlich, dass hinter den Spaltereien innerhalb des Christentums tatsächlich der Teufel steckt…

  4. @Quincy:
    Sei mal nicht so bescheiden. Ich lerne von dir genauso dazu. ;-) In deinen Blogartikeln steckt jedes Mal viel Weisheit.
    Und die Bibel ist nunmal ein vielschichtiges Buch, da kann man schon mal was überlesen. Dazu kommt, dass der Heilige Geist einem auch nicht immer alles auf einmal offenbart.

    @Stefan:
    Das habe ich nicht geschrieben, dass ich mich aus Diskussionen raushalten möchte. Das Gegenteil ist der Fall. ;-)
    (Diskussion ≠ Kleinkrieg)
    Wobei Diskussion auch noch nicht der Begriff ist, der mir gefällt, weil darin immer noch der Streitcharakter enthalten ist. Es geht eher um eine gemeinsame Suche nach der Warheit und nicht darum, die eigene Meinung zu untermauern. Es war auch nicht alles schlecht letztes Jahr. Oft gab es auch fruchtbaren Austausch, den möchte ich natürlich weiterhin pflegen.

    Aber irgendwas sehen wir wirklich unterschiedlich, nur kann ich das im Moment noch nicht auf den Punkt bringen. Vielleicht ist es das:

    Du denkst, dass man auf der Grundlage der richtigen Lehre zur Liebe kommt, ich bin der Ansicht, dass man auf der Grundlage der Liebe (zu Gott und zu den Menschen) zur richtigen Lehre kommt.

    Danke für den Auszug aus dem Epheserbrief. Ja, es lohnt sich immer, den Kontext von einem Vers genauer anzuschauen. Deshalb verlinke ich meine Bibelstellen auch immer auf den Bibelserver, damit die Leser dort nachschauen können.
    Der Kontext bestätigt aber eigentlich nur meine Ansicht, dass die „Einheit des Glaubens“ am Ende des Wachstumsprozesses steht und nicht am Anfang (Vers 13).

  5. Bee

    Ich bin ja eigentlich ein Feind von Vers-Schnipsel-Jagden, aber
    John 17, 11. In meiner Übersetzung steht nichts von … damit sie eins werden, wie wir eins werden… oder so. Und Liebe… Liebe freut sich an der Wahrheit, nicht an der Diversität von Anschauungen und Lehren, sie ist auch nicht die Brühe in der alle Unterschiede untergehen. … um den überstrapaziertesten Teil des 1. Kor. mal zu erwähnen.
    Ich kann nicht ganz nachvollziehen wie man die Vielzahl der teilweise widerstreitenden Lehren und Gemeinschaften, die jede für sich den Anspruch – mehr oder weniger explizit- erhebt, die ursprünglich, reine, wasauchimmer, Lehre Christi zu predigen, als Zeichen der Creativität des Geistes zu sehen. Ich kann in der Gesamtschau der Evangelien nicht erkennen, dass jemals diese Zersplitterung als creativer Prozess vorgesehen oder gewollt war.
    Credo in una…

  6. Du denkst, dass man auf der Grundlage der richtigen Lehre zur Liebe kommt, ich bin der Ansicht, dass man auf der Grundlage der Liebe (zu Gott und zu den Menschen) zur richtigen Lehre kommt.

    Nein, ganz so habe ich das nicht gemeint.
    Eine Einheit des Leibes (der Kirche) ist nur auf Grundlage einer Einheit der Lehre möglich. Die Liebe zur Wahrheit „zwingt“ einen, um die wahre Lehre zu ringen. Die kath. Kirche hat das übrigens bereits weitgehend hinter sich (hat ca. 800 Jahre gedauert).
    Im protestantischen bzw. freikirchlichen Bereich werden diese Diskussionen wohl kaum ein Ende finden, da es keine gemeinsame Lehrautorität gibt.

    Dass man einander liebt, barmherzig ist und Gutes tut ist ganz unberührt von der theologischen Diskussion. Das darf man nicht gegeneinander ausspielen und auch nicht voneinander trennen (erst Lehre, dann Liebe oder erst Liebe dann Lehre).

    Wenn Paulus im Epheserbrief von einem Wachstumsprozess schreibt, dann meint er nicht damit, dass wir erstmal die wahre Lehre herausfinden müssten, sondern, dass die wahre Lehre, die Paulus von Anfang an lehrte in den Gläubigen Annahme und Umsetzung findet.

    Natürlich gab es bei einigen Lehren mit der Zeit ein tieferes Verständnis (z.B. Trinität), das sich erst mit der Zeit entwickelte. Aber die Grundlagen waren bereits (von den Aposteln) festgelegt.

  7. @Stefan:

    Eine Einheit des Leibes (der Kirche) ist nur auf Grundlage einer Einheit der Lehre möglich. Die Liebe zur Wahrheit “zwingt” einen, um die wahre Lehre zu ringen. Die kath. Kirche hat das übrigens bereits weitgehend hinter sich (hat ca. 800 Jahre gedauert).

    Wenn die Katholische Kirche das erreicht hätte, dann wäre es nie zu solchen Auswüchsen wie dem Ablasshandel, Hexenverbrennungen, Kreuzzügen usw. gekommen, was ja alles theologisch begründet worden ist, also mit offensichtlich falscher Lehre.

    Es gab von Anfang an unterschiedliche Ansichten, z.B. zu den Reinheitsgeboten, zur Taufe von Nichtjuden(!) usw. Und die Kirchenväter widersprechen sich in wichtigen Fragen sicher auch teilweise.
    Die wirklich einheitliche Lehre ist eine Illusion und die Aufgabe, es mit unterschiedlichen Ansichten auszuhalten, wird sich fortsetzen und kann nur durch die Autorität Gottes beseitigt werden, nicht durch die Autorität von Menschen. Die Autorität eines Menschen kann sogar dem Wirken des Heiligen Geistes im Wege stehen, wie es in der Kirchengeschichte auch öfters passiert ist.

    Zum Großteil ist eine gemeinsame Lehre aber auch heute noch erhalten geblieben. Diese Grundlage ist der Glaube an Jesus Christus, den Sohn Gottes. Und ich finde, dass wir auf dieser Grundlage aufbauen können.
    Die Dinge sind nicht mehr so klar, wie sie vielleicht einmal waren. Wir leben in einer Zeit der Verwirrung. Und ich denke, dass man gerade in diesen Zeiten dem Heiligen Geist Raum geben und auf Gottes Stimme hören sollte.

    Die „Einheit“ der Katholischen Kirche ist nur ein Schein, tatsächlich glauben viele dort nicht einmal mehr an die essentiellen Grundlagen. Die kirchliche Autorität wird doch von der breiten Masse überhaupt nicht angenommen, sondern nur geduldet.
    Da sind mir dann doch offene Spaltungen unter Evangelikalen lieber, weil sie ehrlich sind und weil sie mit bestem Wissen und Gewissen danach eifern, Gottes Willen zu tun. Wenn natürlich auch mit unterschiedlichem Erfolg, aber darüber soll Gott urteilen.

    Stefan, kann es sein, dass du dich manchmal mehr auf menschliche Leitung verlässt, als auf die Leitung des Heiligen Geistes? Ich habe das Gefühl, dass du eine besondere Neigung hast, dich menschlichen Autoritäten unterzuordnen. Du kommst aus einer Gemeinde, in der du geistlichen Missbrauch erlebt hast und jetzt sehe ich, wie du in die Arme des nächsten autoritären Systems läufst. Das geschieht nicht mal unbewusst, sondern du begründest das ja sogar ausdrücklich noch mit der dortigen Autorität. Da mache ich mir schon Sorgen um dich.

    Philip

  8. @Philip:

    Wenn die Katholische Kirche das erreicht hätte, dann wäre es nie zu solchen Auswüchsen wie dem Ablasshandel, Hexenverbrennungen, Kreuzzügen usw. gekommen, was ja alles theologisch begründet worden ist, also mit offensichtlich falscher Lehre.

    Das habe ich früher ähnlich gesehen. Es ist richtig, dass die genannten Dinge furchtbar waren. Wenn man sich mitd er Kirchengeschichte jedoch genauer beschäftigt stellt man fest (zumindest habe ich festgestellt):
    1. Die Lehre über den Ablass war (m.E.) nicht das Problem, sondern der MISSBRAUCH.
    2. M.W. gab es Hexenverbrennungen erst seit dem Mittelalter und vor allem in PROTESTANTISCHEN Gebieten (und NICHT katholischen)
    3. Die Kreuzzüge sind tatsächlich ein kritisches Thema. Da spielt die Lehre vom „gerechten Krieg“ der kath. Kirche mit hinein. Dieses Thema würde aber jetzt wohl diesen Blogbeitrag sprengen.

    Es gab von Anfang an unterschiedliche Ansichten, z.B. zu den Reinheitsgeboten, zur Taufe von Nichtjuden(!) usw. Und die Kirchenväter widersprechen sich in wichtigen Fragen sicher auch teilweise.
    Die wirklich einheitliche Lehre ist eine Illusion und die Aufgabe, es mit unterschiedlichen Ansichten auszuhalten, wird sich fortsetzen und kann nur durch die Autorität Gottes beseitigt werden, nicht durch die Autorität von Menschen. Die Autorität eines Menschen kann sogar dem Wirken des Heiligen Geistes im Wege stehen, wie es in der Kirchengeschichte auch öfters passiert ist.

    Stimmt, es gab von Anfang an unterschiedliche Meinungen. Man einigte sich dann aber im Laufe der Zeit mittels Konzilien. Die Kirchenväter widersprechen sich zwar teilweise, jedoch in viel weniger Punkten als die protestantischen und freikirchlichen Gemeinschaften.
    Die Kirchenväter widersprechen sich NICHT bzgl. so grundlegender Themen wie z.B. Trinität, Taufe, Abendmahl, Prädestination, Gnade und Werke. Von dieser Einigkeit sind die nicht-katholischen Kirchen (mit Ausnahme der orthodoxen Kirche) weit davon entfernt.

    Aber natürlich ist diese Einigkeit erstmal lediglich formal wie Du richtig festgestellt hast:

    Die “Einheit” der Katholischen Kirche ist nur ein Schein, tatsächlich glauben viele dort nicht einmal mehr an die essentiellen Grundlagen. Die kirchliche Autorität wird doch von der breiten Masse überhaupt nicht angenommen, sondern nur geduldet.

    Ein Katholik muss zwar genau das glauben und leben, was die kath. Kirche offiziel lehrt, aber es wird heutzutage kaum noch „geprüft“, ob sich jemand daran hält (außer bei kath. Lehrbeauftragten und Veröffentlichungen von Schriften; immerhin!).

    Ich habe ja auch nie gesagt, dass ich die kath. Kirche in allen Dingen so super toll finde. Ich rede hier erstmal nur von der offiziellen Lehre. Das praktische Gemeindeleben ist da eine andere Sache (leider!).
    Wie willst Du denn ein Kind (oder einen Neubekehrten) im christlichen Glauben erziehen, wenn Du kein einheitliches Glaubensfundament hast?
    Soll, darf oder muss man jetzt Säuglinge taufen?
    Wird man durch die Taufe gerettet oder ist das nur ein ZEICHEN der Rettung bzw. ein Bekenntnis des Glaubens etc. pp.

    Stefan, kann es sein, dass du dich manchmal mehr auf menschliche Leitung verlässt, als auf die Leitung des Heiligen Geistes? Ich habe das Gefühl, dass du eine besondere Neigung hast, dich menschlichen Autoritäten unterzuordnen. Du kommst aus einer Gemeinde, in der du geistlichen Missbrauch erlebt hast und jetzt sehe ich, wie du in die Arme des nächsten autoritären Systems läufst. Das geschieht nicht mal unbewusst, sondern du begründest das ja sogar ausdrücklich noch mit der dortigen Autorität. Da mache ich mir schon Sorgen um dich.

    Stimmt, ich mache mir auch langsam Sorgen über mich ;-)
    Im Ernst:
    Ich bin ein Typ, der sich überhaupt nicht gerne unterordnet, wenn ich den Sinn darin nicht verstehe oder wenn die Autorität missbräulich ausgeübt wird.
    Ich habe tatsächlich diesen hoffnungslosen „Kampf“ gegen (aus meiner Sicht) offensichtlich falschen christlichen Lehren satt. Kaum bist Du an einer Sache dran, kommt schon der nächste „Unsinn“ zum Vorschein (vgl. Lakeland).
    Man kann sicherlich über die kath. Lehren anderer Meinung sein, sie sind aber m.E. zumidest sehr, sehr ausgereift und das Potenzial an geistlichem Missbrauch ist in der kath. HEUTE sehr, sehr gering (im Vgl. zu anderen christlichen Gemeinschaften).
    Unterordnung unter geistlichen Autoritäten (Menschen!) ist absolut biblisch und ohne dem kann auch keine Gemeinschaft wirklich funktionieren. Es ist nur die Frage WEM man sich unterordnen will. Und da tendiere ich heute tatsächlich eher zur kath. Kirche als zu anderen christlichen Gemeinschaften.
    Zum Schluss:
    Das Schlagwort „vom Hl. Geist leiten lassen“ kam m.W. erst mit dem Protestantismus auf. Wie leitet denn der Hl. Geist? Warum führt Er denn nicht alle zur Einheit?
    Ich glaube auch an die Leitungd es Hl. Geistes, aber nicht so, dass jetzt auf einmal jeder für sich die Bibel auslegen kann ohne Rücksicht auf andere in der Kirche.
    So hätten die Korinther und die Galater auch argumentieren können: „Paulus lass uns in Ruhe mit Deinem Generve, wir haben doch alle selbst den Hl. Geist, der uns lehrt“, oder?
    Seltsamerweise habe ich noch von keinem einzigen Fall gehört, dass der Hl. Geist bei jemanden eine falsche Lehre korrigiert hätte.
    Gott hat MENSCHEN eingesetzt, um die wahre Lehre zu verberiten. Zuerst die Apostel, dann ihre Nachfolger. Wer auf Menschen GRUNDSÄTZLICH nicht hören will, der will auch auf Gott nicht hören. Wer die Apostel ablehnte, lehnt Gott ab (steht irgendwo in der Bibel).
    Das Problem ist heut nur: wer sind die Nachfolger der Apostel, die noch die wahre Lehre lehren?

  9. Hi Philip,

    das ist sehr krass und bezeichnend, wie auf deine sanften Hinweise, dein Resümee und den Segen für das neue Jahr, hier so ein Disput – äähh liebevoller Austausch – über die wirklich wahre Wahrheit stattfindet… ;-)

    ich jdf. möchte mich bei dir auch bedanken für die interessanten Impulse die in unserer Begenung auftauchen und freue mich auf Weiteres! :-)

    Segen
    Bento

  10. Vielleicht hat ja auch der Hl. Geist diese Diskussion bewirkt… ;-)

  11. ..sorry Stefan, diese Diskussion hat deine Aussage bewirkt: „Liebe ja, sehr lobenswert, ABER…“ und die darauf folgenden Ausführungen über Lehre, Wahrheit, Widersprüche, Sünden, Unterlassungssünden, Standpunkte, Trugschlüsse, kath. Theologie, offizielles Lehramt, Kirchenspaltung usw., ..bis hin zum Teufel, der offensichtl. hinter all dem steckt – wie man unschwer feststellen kann… ;-)

  12. Hmm – ich habe mich schon früher hier, bei Bento und auch bei Stefan selbst zu der Entscheidung von Stefan geäußert.

    Ich bin selbst auf der Suche nach einer Gemeinde und habe auch schon an Gottesdienstne teilgenommen. ABER: ich habe das Gefühl (und werde darüber die nächsten Tage auch was schreiben), dass Gott gerade eine freikirchliche Gemeinde für mich nicht vorgesehen hat. Ich kann es nicht erklären, doch der Geist (der mich sonst immer zur Bibel, Predigten, Gebet zieht) zieht mich nicht in eine solche Gemeinde. Ich habe ein ungutes Gefühl dabei.

    Soll plötzlich das Ergebnis sein (worüber ich am meisten erschüttert wäre), dass ich in der katholischen Kirche dienen soll? Wenn ich darüber nachdenke und sinne, dann erscheint mir die Idee dahinter nicht schlecht. Andere Missionare ziehen nach Indien, China oder sonstwohin. Und hier leben Millionen Christen die der Liebe bedürfen.

    In diesem Licht kann ich Stefans Entscheidung nicht mehr negativ sehen, vielleicht treffe ich sie bald selbst! Wie kann ich Gottes Ratschluss in Frage stellen? Doch leider bin ich sehr unsicher was den Willen Gottes betrifft!

    Daher bitte ich um Gebet!

    Quincy

  13. @Bento:
    Liebe und Klarheit müssen m.E. kein Widerspruch sein.
    Für mich wäre es keine Liebe, wenn ich mich nicht gegen Unwahrheit und Missbrauch entgegenstellen würde.

    Auch für mich wäre es bequemer meinen Mund zu halten und die anderen mal machen lassen. Damit hätte ich wahrscheinlich auch mehr (oberflächliche) Freunde.

    In meiner alten Gemeinde z.B. wurde m.E. nicht energisch genug gegen geistlichen Missbrauch vorgegangen. Man wollte lieber in „Liebe“ den Leuten Zeit zur Umkehr lassen (auf Kosten der „Opfer“; und ich rede hier nicht von Wochen oder Monaten, sondern von Jahren).
    Na ja, da bin ich lieber direkter und konsequent (was nicht heißen soll, dass ich nicht auch noch lernen kann, liebvoller bzw. einfühlsamer zu argumentieren).

  14. PS: Damit es keine Missverständnisse gibt:
    Ich wollte damit NICHT sagen, dass allen außer mir die Wahrheit egal wäre und zwangsläufig alle Freundschaften oberflächlich wären, bei denen man nicht gemeinsam (in meiner Art) um die Wahrheit ringt.

  15. @ Stefan
    Widersprüche, Oberflächlichkeit, Missverständnisse… wo?

    @ Quincy,
    wenn es das Richtige ist, gibt es keinen Zweifel und keine Unsicherheit mehr!

  16. @Bento:
    Das z.B. könnte man missverstehen bzw. persönlich nehmen(von WIDERSPRÜCHEN habe ich eigentlich nichts geschrieben, oder?):

    Damit hätte ich wahrscheinlich auch mehr (oberflächliche) Freunde.

    Ist aber auch egal ;-)

  17. @Quincy:
    Ich bin eigentlich kein Fan von „Gefühlsentscheidungen“ (zumindest nicht in Glaubensfragen), wobei es bei mir auch so eine Art inneres Drängen gibt (das jedoch nicht losgelöst ist von inneren Überzeugungen ist, die ich mit der Zeit aufbaue…)

  18. „Liebe und Klarheit müssen m.E. kein Widerspruch sein.“

    Brille? Fielmann!.. :-D

  19. …aahh du meinst den Singular!?
    ok – dann geh ich zu Fielmann ;-)

  20. @Bento:
    Brille ja – Fielmann nein ;-)

    Ich hatte Dich so verstanden, dass Du meine „Klarheit“ (Teufel&Co) als Widerspruch zur „Liebe“ siehst.
    Vielleicht habe ich Dich da aber auch missverstanden (wäre ja nicht das erste Mal ;-) )

    Ist aber wie gesagt auch egal (zumindest von meiner Seite)…

  21. ..jo, für solche Mißverständnisse sind wir ja mittlerweile berühmt!.. ;-)

    ich kann beim besten Willen nicht erkennen, wo ICH irgendwas von Liebe kontra Klarheit, Wahrheit, blablablup gesagt haben sollte??
    Das war und ist DEIN Thema hier, dass man vor lauter Liebe nicht was weis ich was alles vergessen sollte… aus meiner Sicht geht das gar nicht, dass der Liebe irgendetwas mangelt!

    Es ist klarer bibl. Befund, dass sie das Höchste ist in JEDER Hinsicht: Erfüllung aller Gebote, bedeckt die Sünden, die erste Frucht des Geistes, erbaut ohne Blähungen, vergeht niemals, Band der Vollkommenheit, unkaputtbares Band zu Christus, Erkennungszeichen der Gemeinschaft, Ziel aller Unterweisung und und und..
    letztlich – Gott selber ist Liebe!

    …wie könnte ihr jemals etwas fehlen?

    [das war nur ne rethorische Frage!!! ;-) ]

    Segen