Gefunden hier: patrikschneider.de

- Die Sekten legen Wert darauf, dass der Angeworbene möglichst wenig Kontakt zu Außenstehenden hat. Es findet eine ständige Beaufsichtigung durch die Gruppenmitglieder statt. Die neuen Mitglieder werden gedrängt, jede freie Minute mit der Gruppe zu verbringen.

- Man versucht eine Steuerung der Gedanken durch entsprechende Gespräche, bei denen zum Beispiel ausgewählte Bibelstellen zitiert werden und jegliche Kritik abgeschossen wird.

- Die Sekten erzeugen beim Geworbenen oft Schuld- und Angstgefühle und drängen ihn zu dauernder Aktivität, die dann zu einer permanenten Übermüdung führt.

- Sekten entwickeln eine eigene Sprachform. Dies führt oft dazu, dass man mit anderen Menschen außerhalb der Sekte nicht mehr normal reden kann.

-Häufig taucht das Argument auf: „Das kann man nicht erklären. Das musst du einfach erlebt haben.“ Viele Gruppen argumentiere damit, das Heilserlebnis, das sie anbieten, sei eben mit Worten nicht zu beschreiben, mitreden könne da nur, wer es selbst erlebt habe.

Es ist daher offensichtlich, dass ein kritisches Gespräch nur während der ersten Phase- wenn der Kontakt zur Gruppe noch locker ist- einen Sinn hat. Später werden Argumente kurzerhand vom Tisch gewischt, meistens mit der Begründung, die Eltern/Angehörigen/Freunde seien eben nicht erleuchtet genug um die Gruppe richtig einzuschätzen.

Sicher ist die Auflistung nicht vollständig und es müssen nicht alle dieser Methoden in einer Sekte angewendet werden, damit sie als „Sekte“ bezeichnet werden kann. Ich würde noch hinzufügen, dass Sekten typischer Weise auch über eine stark hierarchische Struktur und einen undurchsichtigen Geldfluss verfügen.

Wenn die Punkte auf deine Glaubensgemeinschaft nicht zutreffen, dann bist du wohl in keiner Sekte, oder du bist noch nicht so tief involviert, dass du das Innenleben dieser Glaubensgemeinschaft beurteilen kannst. Denn natürlich offenbart eine Sekte ihre Absichten nicht sofort, sondern führt einen Neuling behutsam an das heran, was von ihm erwartet wird.
Wenn du meinst, dass die meisten Punkte davon aber zutreffen, dann solltest du dich näher mit dem Thema beschäftigen, um herauszufinden, ob du einer Sekte angehörst, oder nicht.

Ich fühle mich natürlich etwas ertappt. Der Satz mit dem „man kann es nicht beschreiben, man muss es einfach erlebt haben“ könnte auch von mir sein. Ich werde versuchen, künftig auf solche Sätze zu verzichten. Trotzdem denke ich, dass die Erlösung durch Jesus erfahrbar ist und eine Quelle von großer, lang anhaltender Freude ist. Meine Erfahrungen werden sich aber wohl nicht wesentlich von anderen Menschen unterscheiden, die in ihrem Leben ebenfalls auf Christus bauen.

Aufgaben:
Überlege Gefahren, die bei diesen Methoden für Menschen entstehen.
Warum sind genau Menschen in Krisensituationen für Sekten und ihre Methoden so anfällig?
Erläutere Erwartungen an die traditionelle Kirchen, um diese Gefahren zu mildern

Es besteht die Gefahr der sozialen Isolation, indem man Beziehungen zu Freunden, Verwandten und Bekannten abgebrochen werden. Das erhöht die persönliche Abhängigkeit zu der Sekte enorm. Außerdem besteht die Gefahr, dass diese Menschen früher oder später unglücklich werden, da sie dem wachsenden Druck, der auf sie ausgeübt wird, nicht mehr gerecht werden können. (Natürlich dürfen sie das nicht zugeben, denn es muss ja immer alles super sein, wenn man zur Sekte gehört)
Es kann passieren, dass sich diese Menschen finanziell oder körperlich verausgaben und ruinieren. Und es kann passieren, dass sie durch Nachahmung des obersten Führers (unbewusst) die selben manipulativen Methoden anwenden und weitere Personen in eine Abhängigkeit führen.
Außerdem kann es passieren, dass diese Menschen ihr Seelenheil verlieren, weil sie nicht mehr durch den Glauben an Jesus gerecht werden wollen, sondern dem Gehorsam gegenüber ihrem Führer Vorrang geben.

Menschen in Krisensituationen sind anfällig für Sekten, weil sie froh sind, wenn sie jemanden finden, der ihnen (vermeintliche) Orientierung gibt und sie „an die Hand nimmt“. Gerade die Erfahrung, in eigener Verantwortung gescheitert zu sein, treibt einen Menschen dazu, auf die Leitung anderer zu vertrauen.

Meine Erwartung an traditionelle Kirchen wäre, dass sie sich die Methoden bewusst machen und einschreiten, wenn leitende Mitarbeiter (bewusst oder unbewusst) Sektenmethoden anwenden.

Vielleicht werde ich in Zukunft mehr zu diesem Thema bloggen.