Atheistische Werbung auf Bussen in Großbritannien erzeugte dort viel Aufmerksamkeit. Nun haben Atheisten in Deutschland versucht, die Kampagne hier nachzuahmen. Die Verkehrsbetriebe sträubten sich und wollten diese Werbung nicht auf ihren Bussen sehen. Nun hat die Kampagne ihren eigenen Bus gemietet und macht mit der Aufschrift „Es gibt (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keinen Gott. Ein erfülltes Leben braucht keinen Glauben.“ eine Tour durch Deutschland. Doch nicht nur die Atheisten werben für ihren Glauben, auch eine Gruppe von Christen nutzt die mediale Aufmerksamkeit für eine eigene Buskampagne.
Juni 9, 2009 at 11:04
Ich finde so etwas immer schrecklich. Auf der einen Seite könnte ich wirklich lachen. Denn entweder ich glaube dass es keinen Gott gibt – oder ich glabe dass es einen gibt. Alles andere ist laue Brühe.
Und wenn ich dann einen Aussage verbreiten will, dann sollte ich wenigstens richtig davon überzeugt sein.
Was will man also mit so einer Aussage denn sagen? Es gibt mit „an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ keinen Gott ist genausoviel wie: es könnte einen Gott geben.
Was mich mehr wütend macht: warum geht man mit dieser Meinung denn hausieren? Warum mancht man den kleinen und schwachen im Glauben das Leben schwer?
Ich empfinde fast keinerlei Mitleid mit diesen Menschen, die schreckliche Konsequenzen für diese Tat erleiden werden (Jesus meinte ja, dass es besser wäre sich selbst einen Mühlstein um den Hals zu binden und zu ertränken, als das was Menschen erwartet die die Kleinen in Versuchung führen).
cu Quincy
Juni 9, 2009 at 5:35
Das ist so ähnlich wie der Glaube an das „Böse“.
Wie viele Menschen glauben an Dämonen, an das „Dunkle“, an das Böse, aber an Gott will keiner glauben.
Dabei kann das eine oder das andere gar nicht existieren – Gesetz der Dualität. (Hell/Dunkel, Gut/Böse, Warm/Kalt)
Irgendwie seltsam, dass alles, was gegen Gott bzw. Glauben ist, geglaubt wird, aber Gott an sich wird verleugnet. Passt doch irgendwie nicht zusammen…
Nun ja, irgendwann werden die Wahrheit dann alle sehen. Der eine oder andere dann wohl zu spät…
Juni 10, 2009 at 1:27
@Pixelknicker:
Hmm, ich denke schon, dass eine große Mehrheit an irgendeinen Gott oder Götter glaubt. Diese Atheisten sind da eine kleinere Minderheit, als sie annehmen.
Aber die Christen sind auch eine Minderheit.
Die große Mehrheit macht sich wahrscheinlich wenig Gedanken über Gott. So gesehen könnte die atheistische Buskampagne sogar Gutes bewirken, damit die Leute endlich mal Anlass haben, über Gott nachzudenken. Und es ist auch eine gute Möglichkeit, um mit Menschen über Gott ins Gespräch zu kommen, wenn ein Bus mit dieser Werbung vorbei fährt.
@Quincy:
Naja, die atheistische Kampagne selber erklärt das so, dass sich die Nachricht an Atheisten richtet, die sich durch Christen bedroht fühlen. Und deshalb diese Botschaft, dass sie sich entspannen können und keine Hölle zu fürchten hätten.
Dass durch diesen Spruch jemand vom Glauben abfällt, glaube ich eher weniger. Es ist ja nur eine plakative Behauptung, die wohl niemand überzeugen wird, der sowieso schon überzeugt ist.
Aber man muss den Machern der atheistischen Buskampagne vorwerfen, dass sie polarisieren wollen. Sie wollen die Gesellschaft spalten, statt zu versöhnen und wollen alle als dumm darstellen, die an Gott glauben. Ich finde, das scheint in der kurzen Reportage sehr deutlich durch.
Juni 11, 2009 at 11:31
Ja, das ist heute leider soo oft der Fall. Wer an Gott glaubt, kommt gleich in die Schublade „Dumm und blöd“, ganz so, als ob dem Glauben etwas negatives wie die Pest anhaftet. Mußte ich selbst leider schon erleben…
Juni 18, 2009 at 5:11
Ein Atheist mag seine Überzeugung, daß es keinen Gott gibt, bis zum Tode durchhalten – es gibt indes eine Grenzsituation des Atheismus: Und das ist die Liebe angesichts des Todes eines geliebten, sehr geliebten Menschen. Für die Liebe ist und bleibt der Tod in dem Maße ein Skandal wie sie das Ewigsein des geliebten Menschen herausschreit. Auch lautlos. In besagter Situation spätestens dürfte deutlich werden: Liebe fordert das ein, dem der Atheismus, welcher Variante auch immer, sich verweigert – verzweifelt verweigert.
Juni 19, 2009 at 12:58
Interessanter Gedanke, Eule.
Da ist dann auch verständlich, warum es den Atheismus ausgerechnet in unserer Gesellschaft salonfähig ist.
Die Leute haben wenig Menschen, die sie wirklich lieben. Jeder lebt mehr für sich.
Außerdem ist die Sterblichkeit sehr gering. Gerade, wenn das eigene Kind stirbt, ist das ein schwerer Schlag für die Eltern. Und so etwas kam früher sicher öfter vor.
Juni 19, 2009 at 3:30
Hallo Philip – Ich wollte keinesfalls unterstellen, Atheisten seien unisono liebesunfähig, zumal Lieblosigkeit sich leider nicht selten auch bei Christen bemerken läßt. Ich legte mir einmal die Frage vor, ob es am Sterbebett eines geliebten Menschen überhaupt Atheisten gibt. Ihr Kopf mag Gott weiterhin zurückweisen – aber ihr Herz, ihre Liebe? Jedenfalls sprichst Du eine weitere bedeutsame Frage an: Befördert gesellschaftliche Ignoranz all dessen, was einen Menschen wirklich leben läßt, womöglich Glaubens- und Hoffnungslosigkeit? Wie auch immer, ich wünsche Dir ein erholsames Wochenende.